Sa.. Aug. 15th, 2026

Rund 100 Beschäftigte einer traditionsreichen Fleischerei in Mecklenburg-Vorpommern wissen derzeit nicht, wie es mit ihren Jobs weitergeht. Die Torney Landfleischerei Pripsleben GmbH aus Altentreptow stellte beim Amtsgericht Neubrandenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Das Unternehmen blickt auf 33 Jahre Firmengeschichte zurück und betreibt 13 Verkaufsstellen, darunter Standorte in Kaufland und Netto.

Das Gericht bestellte Rechtsanwalt Michael Busching als Sachwalter. Er begleitet die Geschäftsführung durch den Sanierungsprozess und prüft deren Entscheidungen. Busching zeigt sich zuversichtlich: Das verantwortliche Team verfüge über die nötige Kompetenz, das Unternehmen neu auszurichten.

Steigende Kosten, sinkende Kaufkraft

Als Ursachen für die finanzielle Schieflage nennt der Sachwalter ein bekanntes Muster. Explodierte Energiepreise belasteten die Bilanz des Betriebs erheblich. Hinzu kamen höhere Personalkosten durch den gesetzlichen Mindestlohn. Den dritten Faktor lieferte die anhaltende Inflation: Verbraucher schränkten ihren Einkauf an Frischfleischtheken spürbar ein, weil ihnen schlicht weniger Geld zur Verfügung steht.

Drei Wege aus der Krise

Busching skizziert mögliche Szenarien für die Fortführung des Unternehmens. Erstens sucht die Fleischerei aktiv nach Investoren, die eine Beteiligung oder eine vollständige Übernahme anstreben. Zweitens arbeitet die Geschäftsführung an einer grundlegenden Neuaufstellung des Betriebs. Drittens kommt eine Kombination beider Ansätze infrage.

Für die Belegschaft gibt es vorerst eine wichtige Absicherung. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt die Lohnzahlungen für einen Zeitraum von drei Monaten über das sogenannte Insolvenzausfallgeld.

Branche unter Dauerdruck

Der Fall in Altentreptow steht nicht allein. Mittelständische Fleisch und Wurstproduzenten in Ostdeutschland geraten zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Ein prominentes Beispiel lieferte die Halberstädter Konserven GmbH: Das Unternehmen überstand zwei Zahlungsunfähigkeiten, gab jedoch im April endgültig auf. Die Torney Landfleischerei will diesen Weg nicht gehen und setzt stattdessen auf eine Sanierung aus eigener Kraft.

Einen Überblick über weitere Insolvenzmeldungen im DACH Raum erhalten Sie auf unserer Seite Aktuelle Insolvenzen.

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