Seit mehr als einem Jahrzehnt galt das XJazz als Aushängeschild der Berliner Musikszene. Nun ist das Festival zahlungsunfähig.
Am 22. September 2026 stellte die XJazz Festival GmbH beim Amtsgericht Charlottenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Sebastian Studnitzky, Gründer und künstlerischer Leiter des Festivals, bestätigte den Schritt in einer persönlichen Erklärung. Gleichzeitig sagte er die für 2026 geplante Festivalausgabe ab.
Studnitzky ist nicht nur Festivalmacher. Der gebürtige Berliner lehrt zudem als Professor für Trompete an der Hochschule für Musik in Dresden. Nun trägt er die Verantwortung für das Ende eines Projekts, das er selbst 2014 ins Leben gerufen hatte.
Damals startete das XJazz in Kreuzberg und wuchs schnell zu einer festen Größe in der deutschen Festivallandschaft heran. Anders als das traditionsreiche Jazzfest der Berliner Festspiele pflegte das XJazz bewusst die Nähe zu HipHop, zeitgenössischem Pop und elektronischer Musik. Diese Ausrichtung passte zur Clubkultur der Stadt und verschaffte dem Festival ein unverwechselbares Profil.
Berlin konnte durch das XJazz seinen Ruf als lebendige Jazzmetropole festigen und den Vergleich mit London, lange Zeit die unangefochtene Nummer eins in Europa, selbstbewusst annehmen. Doch hinter den Kulissen häuften sich die Probleme. Berichte über anhaltende Schwierigkeiten bei der Förderung begleiteten das Festival seit Jahren.
Nun folgt das endgültige Aus. Das Amtsgericht Charlottenburg prüft den Antrag auf Verfahrenseröffnung. Wie es mit der GmbH weitergeht, ist derzeit offen.
Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.
