Seit dem 15. September läuft das vorläufige Insolvenzverfahren gegen die Bäckerei Gräf aus Seukendorf im Landkreis Fürth. 41 Beschäftigte bangen um ihre Stellen. Ob der über 260 Jahre alte Betrieb eine Zukunft hat, entscheiden die kommenden Wochen.

Gegründet im Jahr 1763, überstand das mittelfränkische Traditionsunternehmen Kriege, Wirtschaftskrisen und den Wandel ganzer Epochen. Nun bringt eine finanzielle Schieflage den Betrieb an den Rand des Zusammenbruchs. Anfang September ging der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Fürth ein.

Das Gericht bestellte Michael Wirth zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Wirth bestätigte den Vorgang am Mittwoch, dem 16. September 2026. Sein erklärtes Ziel ist die Rettung möglichst aller Arbeitsplätze. „Ziel ist es, dass alle Beschäftigten übernommen werden“, so Wirth.

Dafür bleibt wenig Zeit. Der Betrieb soll bis Ende Oktober aufrechterhalten werden. In diesem Zeitfenster sucht Wirth nach einem Käufer oder Investor, der das Unternehmen übernimmt und weiterführt. Die vier Filialen in Seukendorf und Fürth – darunter das Stammhaus in Seukendorf sowie Standorte am Fürthermare, in der Cadolzburger Straße, am Annaberg und in der Friedrich-Ebert-Straße – arbeiten vorerst weiter.

Die Zahlungsunfähigkeit trifft das Unternehmen zu einem denkbar ungünstigen Moment. Erst im Oktober 2025 übergab Bäckermeister Karl Gräf nach 22 Jahren an der Spitze die Verantwortung an die beiden neuen Geschäftsführer Markus Ernst und Ingo Jablonski. Damit endete nach sieben Generationen die Familienära.

Die neuen Chefs wollen nicht aufgeben. Sowohl Ernst als auch Jablonski haben laut Wirth Interesse daran, den Betrieb fortzuführen. Ob sie dazu die Möglichkeit erhalten, hängt nun vom Ausgang der Investorensuche ab.

Die Bäckerei Gräf steht damit exemplarisch für eine Entwicklung, die das deutsche Bäckerhandwerk seit Jahren erschüttert. Steigende Energie- und Rohstoffpreise sowie wachsender Wettbewerbsdruck setzen kleinen und mittelständischen Betrieben massiv zu. Wie es mit einem der ältesten Backbetriebe Frankens weitergeht, wird sich bis Ende Oktober zeigen.

Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.

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