Mo.. Aug. 17th, 2026

Mitten in der Hochsaison bricht für tausende Urlauber ein gebuchter Camperurlaub weg. Die Münchner Freeventure GmbH, die hinter der Vermietplattform Vanever steht, stellt ihren Geschäftsbetrieb zum 16. August 2026 vollständig ein. Ab diesem Sonntag werden keine Fahrzeuge mehr an Kunden übergeben.

Der Auslöser für das abrupte Ende ist bekannt. Der wichtigste Fahrzeuglieferant des Unternehmens hatte am 29. Juli 2026 den Vertrag wegen ausstehender Zahlungen fristlos aufgelöst. Damit untersagte er Vanever die Nutzung der Hälfte der rund 430 Fahrzeuge der Flotte. Ohne diesen Fahrzeugbestand war ein wirtschaftlich tragfähiger Weiterbetrieb nicht mehr möglich.

Bereits am 12. August 2026 hatte das Amtsgericht München auf eigenen Antrag von Freeventure eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Zum vorläufigen Verwalter bestellte das Gericht den Münchner Rechtsanwalt Rolf G. Pohlmann. Alle Verfügungen des Unternehmens bedürfen seitdem seiner ausdrücklichen Zustimmung. Das Verfahren selbst ist damit noch nicht eröffnet, eine formelle Zahlungsunfaehigkeit noch nicht festgestellt.

Freeventure-Geschäftsführer Philipp J. Jacke hatte das Unternehmen mit dem Partnerflotten-Modell aufgebaut. Statt eigene Fahrzeuge zu erwerben, mietete Vanever Camper saisonal von Haendlern und vermietete sie ueber ein Stationsnetz in Deutschland und Oesterreich weiter. Anfang 2025 hatte das Unternehmen Teile des zahlungsunfaehigen Vermieters Off uebernommen, darunter die Marke, die Hamburger Station und Teile des Teams.

Mit dem Zusammenbruch von Freeventure ist binnen zwei Jahren der dritte groessere deutsche Campervermieter in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die gesamte Branche leidet seit dem Ende des Nachfragebooms in der Coronazeit unter steigenden Fahrzeug- und Finanzierungskosten bei gleichzeitig zurueckhaltenderen Buchungszahlen.

Betroffene Kunden stehen nun vor konkreten Problemen. Wer per Kreditkarte oder ueber einen Bezahldienst mit Kaeuferenschutz gezahlt hat, sollte umgehend eine Rueckbuchung beantragen. Fuer solche Antraege gelten jedoch enge Fristen. Wer ueber Buchungsplattformen gebucht hat, sollte dort direkt Kontakt aufnehmen. Alle uebrigen Kunden koennen ihre Forderungen nach einer moeglichen Verfahreneroeffnung in einigen Monaten beim Insolvenzverwalter zur Tabelle anmelden. Eine Rueckzahlung in voller Hoehe ist in solchen Verfahren erfahrungsgemaess selten.

Weitere aktuelle Unternehmensinsolvenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht der aktuellen Insolvenzen.

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