Der Messer und Werkzeughersteller Dictum aus Plattling im Landkreis Deggendorf hat einen Antrag auf Eigeninsolvenz beim zuständigen Insolvenzgericht gestellt. Das Unternehmen blickt auf eine fast 180 Jahre alte Geschichte zurück und gilt als überregional bekannter Anbieter von Spezialwerkzeugen.
Die Dictum GmbH hat sich auf hochwertige Werkzeuge zur Holzbearbeitung und den Instrumentenbau spezialisiert. Ergänzt wird das Sortiment durch Messer, Gartenwerkzeug sowie Ausrüstung für die Jagd. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 81 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von knapp 30 Millionen Euro. Vertrieben werden die Produkte über zwei Ladengeschäfte in Plattling und München sowie einen eigenen Onlineshop. Ein Teil der Waren wird in der firmeneigenen Manufaktur im Plattlinger Industriegebiet gefertigt.
Als Ursache für die finanzielle Schieflage nennt die eingesetzte Kanzlei mehrere Faktoren. Die anhaltend schwache Konjunktur der vergangenen Jahre habe das Konsumklima erheblich belastet. Als Anbieter hochwertiger Produkte sei Dictum von der wachsenden Kaufzurückhaltung besonders stark betroffen gewesen. Gleichzeitig flossen erhebliche Mittel in die Erweiterung des Produktportfolios, was die finanzielle Lage zusätzlich belastete. Letztlich konnte die Finanzierung des laufenden Geschäftsjahres 2026 nicht mehr gesichert werden.
Geschäftsführer Quynh Christian Ha Ngoc betonte, er sei vom grundsätzlichen Geschäftsmodell weiterhin überzeugt. Ziel sei es, gemeinsam mit einem starken Partner die Marke Dictum langfristig zukunftsfähig aufzustellen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl zeigte sich optimistisch, im Rahmen des Verfahrens die nötigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fortführung des Betriebs schaffen zu können. Der Geschäftsbetrieb soll in den kommenden Monaten uneingeschränkt weiterlaufen, Kunden sollen zuverlässig beliefert werden.
Die Gehälter der Belegschaft sind für die Monate April bis Juni durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Ampferl verwies darauf, dass die frühzeitige Antragstellung ausreichend Spielraum biete, um Investoren zu gewinnen und eine nachhaltige Lösung für den Standort zu finden.
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