Fr. 27. März. 2026

Der Heilbronner Metallbaubetrieb Perger hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Oliver Willmann von der Kanzlei Schiebe eingesetzt.

Ausschlaggebend für die finanzielle Schieflage war ein drastischer Rückgang bei den Aufträgen. Nach Angaben des Insolvenzverwalters habe das Unternehmen zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar so gut wie keine neuen Aufträge erhalten. Das Unternehmen beliefert sowohl Industriekunden, darunter Betriebe aus der Automobilbranche, als auch Privatkunden mit Produkten wie Geländern oder Gitterrosten. In beiden Segmenten herrsche derzeit große Zurückhaltung beim Ausgaben, nicht zwingend notwendige Vorhaben würden aufgeschoben.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen die Belegschaft um rund die Hälfte auf 25 Mitarbeiter reduziert. Diese Maßnahme reichte jedoch nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. Perger ist im ehemaligen Glaszentrum Schweikert im Heilbronner Industriegebiet ansässig. Bei der aktuellen Mitarbeiterzahl seien die genutzten Räumlichkeiten schlicht zu groß, so Willmann.

Der Betrieb wird zunächst in vollem Umfang fortgeführt. Löhne und Gehälter sind durch das Insolvenzausfallgeld für drei Monate abgesichert. Die Suche nach möglichen Investoren hat begonnen, wobei bereits ein erster Interessent vorhanden sein soll. Willmann zeigte sich vorsichtig optimistisch: Man hoffe, eine tragfähige Lösung zu finden.

Das Unternehmen blickt auf eine mehr als 60 Jahre lange Geschichte zurück. Gegründet wurde es 1963 von Alois Perger in Neckarsulm als Schlosserei mit Apparatebau. Nach der Übernahme durch seinen Sohn Harald wechselte die Führung später in fremde Hände. Seit 2013 leiten Volker Stammer und Hannes Kesch den Betrieb gemeinsam. 2018 verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Heilbronn.

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