Der Automobilzulieferer MoldTecs GmbH hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind die Standorte Bad Harzburg in Niedersachsen und Sonneberg in Thüringen. Insgesamt bangen rund 580 Mitarbeiter um ihre Stellen.
MoldTecs stellt technische Kunststoffkomponenten für die Automobilindustrie her, darunter Ansaugsysteme und Ladeluftleitungen. Das Unternehmen wurde 2022 aus dem Non-Filtration-Bereich von MANN+HUMMEL herausgelöst und von der Beteiligungsgesellschaft Mutares übernommen.
Besonders schwer wiegt die Lage in Sonneberg. Dort beschäftigt MoldTecs nach eigenen Angaben rund 400 Mitarbeiter und gilt als einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region. Für die lokale Wirtschaft wäre ein umfangreicher Stellenabbau ein erheblicher Rückschlag.
Wie es an beiden Standorten weitergeht, ist derzeit offen. Denkbar sind eine Restrukturierung des Betriebs, der Abbau von Stellen oder die Suche nach einem Investor. Das zuständige Insolvenzgericht wird zunächst prüfen, ob ein vorläufiges Verfahren eröffnet wird. Danach könnte ein Insolvenzverwalter eingesetzt werden, der den laufenden Betrieb sichert und Sanierungsoptionen auslotet.
Die Probleme bei MoldTecs stehen nicht für sich allein. Viele mittelständische Zulieferer geraten derzeit in finanzielle Schwierigkeiten. Sinkende Nachfrage im Bereich der Verbrennertechnik, hohe Energiekosten, internationale Konkurrenz und der Wandel zur Elektromobilität belasten die gesamte Branche. Mehrere Unternehmen haben in den vergangenen Monaten bereits Insolvenz angemeldet oder Werke geschlossen.
Für die Belegschaft in Bad Harzburg und Sonneberg bleibt die Lage vorerst ungewiss. Viele Beschäftigte hoffen auf eine tragfähige Sanierungslösung, die möglichst viele Arbeitsplätze erhält.
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