Beim Amtsgericht Dortmund läuft ein Insolvenzeröffnungsverfahren gegen die H. Hüttenbrauck Profil GmbH aus Unna. Das Gericht ordnete am 29. Oktober 2026 um 15:34 Uhr Sicherungsmaßnahmen an. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 258 IN 128/26. Ob es zu einem regulären Insolvenzverfahren kommt, ist offen.

Gericht setzt vorläufigen Verwalter ein

Das Gericht bestellte den Dortmunder Rechtsanwalt Marvin Bauernfeind zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Seine Aufgabe besteht darin, das Vermögen der Gesellschaft zu sichern, während das Gericht prüft, ob ein Verfahren eröffnet wird.

Die Geschäftsführung kann seither nicht mehr frei über Vermögensgegenstände entscheiden. Verfügungen des Unternehmens gelten nur, wenn der vorläufige Verwalter ihnen zustimmt.

Auch für Geschäftspartner ändert sich einiges. Schuldner der GmbH, etwa Kunden mit offenen Rechnungen, dürfen nicht mehr direkt an das Unternehmen überweisen. Sie müssen an den vorläufigen Verwalter zahlen. Der Verwalter darf Bankguthaben und Forderungen einziehen und Geldeingänge entgegennehmen.

Gläubiger sollten ihre offenen Forderungen sorgfältig dokumentieren und die weitere Entwicklung des Verfahrens verfolgen. Über die Eröffnung hat das Gericht noch nicht entschieden.

Das Unternehmen

Die H. Hüttenbrauck Profil GmbH produziert und vertreibt Stahlprofile. Zudem handelt sie mit Aluminiumprofilen für die Kunststofffenster- und Rolladenindustrie. Zu den Abnehmern zählen Industrieunternehmen in Deutschland und im europäischen Ausland. Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Hamm unter HRB 3802 eingetragen. Ihr Sitz liegt seit 2025 im Indupark an der Max-Eyth-Straße 3 in 59423 Unna.

Verluste seit 2022

Die Jahresabschlüsse nach HGB zeigen eine deutliche Verschlechterung. Von 2016 bis 2018 erwirtschaftete das Unternehmen Überschüsse, zuletzt waren es 2018 noch 6.285 €. Für 2019 wies es einen Fehlbetrag von 556.976 € aus, für 2020 einen von 1.643.852 €. Das Jahr 2021 brachte mit 1.003.146 € wieder einen Gewinn.

Danach folgten drei Jahre mit hohen Verlusten:

– 2022: 3.983.712 €
– 2023: 5.469.302 €
– 2024: 6.243.943 €

Zusammengerechnet summieren sich die Fehlbeträge dieser drei Jahre auf rund 15,7 Mio. €.

Die Bilanz zum 31. Dezember 2024 spiegelt diese Entwicklung. Die Gesamtaktiva beliefen sich auf 21,23 Mio. €. Die Verbindlichkeiten lagen bei 15,37 Mio. €, die Rückstellungen bei 5,86 Mio. €. Auf der Aktivseite stand ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von 15,16 Mio. €. Er zeigt, dass die Schulden das Eigenkapital vollständig aufgezehrt hatten.

Bei den Vermögenswerten fielen die Vorräte mit 4,51 Mio. € am stärksten ins Gewicht. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände machten 0,73 Mio. € aus. Das Anlagevermögen betrug 0,76 Mio. €, davon entfielen 0,73 Mio. € auf Sachanlagen.

Viele Fragen offen

Zu den Gründen der Zahlungsschwierigkeiten liegen keine Angaben vor. Ebenso unklar bleibt, wie viele Beschäftigte das Unternehmen hat und wie sich das Verfahren auf sie auswirkt. Auch zum Umsatz, zur Fortführung des Geschäftsbetriebs, zu einer Sanierung oder zu einer Investorensuche gibt es keine Aussagen.

In den kommenden Wochen wird der vorläufige Verwalter die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft prüfen. Auf dieser Grundlage entscheidet das Amtsgericht Dortmund, ob es das Insolvenzverfahren eröffnet.

Weitere Insolvenzfälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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