Der Hamburger Immobilienentwickler Peters Development ist zahlungsunfähig. Das Amtsgericht Hamburg hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Unternehmen eröffnet, das Unternehmen gab den Schritt vor Kurzem bekannt. Die Rechtsform nannte es nicht.

Gutachter prüfen auch den Gesellschafterkreis

Mit dem Verfahren ist es nicht getan. Vom Gericht bestellte Sachverständige untersuchen derzeit, ob auch bei der MPM Holding GmbH und ihren Projektgesellschaften eine Insolvenzreife vorliegt. Peters Development ist Mitgesellschafterin der Holding. Zudem tritt das Unternehmen als exklusiver Partner für Betrieb und Entwicklung der Projekte auf.

Ein solches Gutachten klärt, ob eine Gesellschaft zahlungsunfähig oder überschuldet ist. Davon hängt ab, ob das Gericht ein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet. Wann die Sachverständigen ihre Ergebnisse vorlegen, ist offen.

Streit unter Gesellschaftern und Vorwürfe nach Dubai

Am Anfang standen ehrgeizige Expansionspläne. Später gerieten die Gesellschafter in Streit, und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens verschlechterte sich. Bemühungen, die Situation zu stabilisieren, brachten keine nachhaltige Besserung.

Hinzu kommt ein schwerer Vorwurf: Angeblich flossen Millionenbeträge von Hamburg nach Dubai. Belege oder Details nannte das Unternehmen nicht. Ob und wie die Behörden oder die Sachverständigen dem nachgehen, ist nicht bekannt.

Was ein vorläufiges Verfahren bedeutet

Das vorläufige Verfahren bildet die Phase zwischen Antrag und Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens. Das Gericht prüft in dieser Zeit, ob genügend Vermögen vorhanden ist, um die Verfahrenskosten zu decken. Es soll außerdem das Vermögen des Schuldners zusammenhalten. In der Regel setzt es dafür einen vorläufigen Verwalter ein oder legt Beschränkungen für die Geschäftsführung fest.

Beschäftigte können in dieser Phase Insolvenzgeld beantragen. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt dann bis zu drei Monate lang die Nettolöhne. Wie viele Menschen bei Peters Development arbeiten, teilte das Unternehmen nicht mit. Auch zu Kunden, Lieferanten und Umsatz gibt es keine Angaben.

Gruppe bleibt außen vor

Peters Development gehört zur Peters-Gruppe. Die übrigen Unternehmen der Gruppe sind rechtlich und wirtschaftlich unabhängig und von der Insolvenz nicht betroffen.

Zum Portfolio von Peters Development zählen die Immobilienplattform Hanse Gewerbehöfe und mehrere Hotelentwicklungen. Wie es mit diesen Projekten weitergeht, hängt vom Ausgang der Verfahren ab. Zunächst warten alle Beteiligten auf die Gutachten zu MPM Holding und deren Projektgesellschaften.

Einen Überblick über weitere Insolvenzmeldungen im DACH Raum erhalten Sie auf unserer Seite Aktuelle Insolvenzen.

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