Der Hallstadter Metallverarbeiter Maschinenbau Leicht GmbH steckt in der Zahlungsunfähigkeit. Die Geschäftsführung beantragte beim Amtsgericht Bamberg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das Gericht reagierte am Dienstag, 27. Oktober 2026, und ordnete eine vorläufige Insolvenzverwaltung an. Das Aktenzeichen lautet IN 358/26. Rund 330 Beschäftigte sind betroffen, darunter 38 Auszubildende.

Gericht setzt Anwalt aus Nürnberg ein

Als vorläufigen Verwalter berief das Gericht den in Nürnberg ansässigen Anwalt Dr. Stefan Debus. Eine Eigenverwaltung findet nicht statt. Die Geschäftsführung bleibt zwar im Amt, darf aber nur noch mit Zustimmung des Verwalters über das Vermögen der Firma verfügen. Das Verfahren ist bislang nicht eröffnet. Es befindet sich im sogenannten Eröffnungsverfahren. In dieser Phase klärt der Verwalter, ob das Vermögen des Unternehmens die Kosten eines regulären Verfahrens deckt und ob eine Fortführung des Betriebs Aussicht auf Erfolg hat. Erst danach entscheidet das Gericht über die Eröffnung.

Das Unternehmen ist im Handelsregister des Amtsgerichts Bamberg unter HRB 8194 eingetragen. Es fertigt im Auftrag anderer Firmen Bauteile und Baugruppen für den Maschinenbau und die Anlagentechnik. Zu den Arbeitsschritten zählen Drehen, Fräsen, Schleifen, Schweißen und Montage. Die Kunden stammen aus dem Werkzeugmaschinenbau, der Autoindustrie, der Luftfahrt, der Bahntechnik, der Rüstung, der Medizintechnik und der Energiebranche. Die Produktionsfläche am Standort misst etwa 20.000 Quadratmeter.

Liquiditätslücke trotz Aufträgen

Nach Angaben der Firma ist die Auftragslage gut. Dennoch fehlt dem Betrieb kurzfristig Geld, um laufende Verpflichtungen zu erfüllen. Schon im Juli 2026 zahlte das Unternehmen Löhne verspätet. Eine wichtige Kundenbranche gerät zudem unter Druck: Von Januar bis Juni 2026 schrumpfte die Produktion im Werkzeugmaschinenbau um sieben Prozent.

Der Geschäftsführer betont, der Umbau der Unternehmensstrategie, den die Firma Ende 2024 begann, zeige bereits positive Wirkung. Umsatzzahlen nannte das Unternehmen nicht.

Die Firma hat schon früher Einschnitte erlebt. Im März 2021 strich sie rund 120 von damals 420 Stellen, weil in der Pandemie Aufträge wegbrachen. Die IG Metall bezeichnete den Betrieb seinerzeit als seit Jahren defizitär. Als Eigentümer galt 2021 der Münchner Unternehmer Gerhard Mey.

Löhne sind vorerst gesichert

Der Betrieb läuft uneingeschränkt weiter. Die Löhne und Gehälter der Belegschaft sind bis Ende 2026 über das Insolvenzgeld abgesichert. Diese Leistung übernimmt die Bundesagentur für Arbeit. Sie deckt das Nettoentgelt für höchstens drei Monate vor der Verfahrenseröffnung ab. Häufig finanzieren Banken diese Zeit vor, damit die Beschäftigten ihr Geld ohne Verzögerung erhalten. Für die Firma entsteht so Luft, um einen Neustart zu planen.

Der vorläufige Verwalter will den Betrieb stabilisieren und dauerhaft fortführen. Dazu zieht er gegebenenfalls Investoren hinzu. Einen Sanierungsplan oder einen konkreten Interessenten nannten weder das Unternehmen noch der Verwalter öffentlich.

Geschäftspartnern rät der Verwalter, laufende Aufträge mit ihm abzustimmen. Forderungen gegen die Firma können Gläubiger erst anmelden, wenn das Gericht das Verfahren eröffnet hat. Bis dahin bleibt offen, ob die Fertigung in Hallstadt in ihrer heutigen Größe bestehen kann.

Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.

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