Sechs Flugzeuge stehen am Boden, zwei sind noch flugfähig – doch auch die reichen nicht mehr aus. Die rumänische Fluggesellschaft AnimaWings hat den Flugbetrieb vorübergehend vollständig eingestellt und gleichzeitig ein gerichtliches Sanierungsverfahren eingeleitet.

Betroffen sind alle Verbindungen vom 2. bis zum 24. Oktober. Darunter fallen auch Strecken zwischen Deutschland und Rumänien: Die Routen München–Bukarest sowie Frankfurt–Cluj-Napoca sind bis auf Weiteres gestrichen.

Den Antrag auf Eroeffnung eines Sanierungsverfahrens stellte AnimaWings bereits am 30. September. Als Hauptursache der finanziellen Schieflage nennt das Unternehmen anhaltende technische Defekte an seiner Flotte. Diese besteht aus sechs Maschinen des Typs Airbus A220-300 sowie zwei Airbus A320. Wegen der Ausfälle standen zuletzt ausschließlich die beiden A320 zur Verfügung. Das schrumpfte nicht nur das Streckennetz, sondern brachte auch die Einnahmen unter Druck.

Zunächst versuchte die Airline, mit den verbliebenen Maschinen so viele Verbindungen wie möglich aufrechtzuerhalten. Am 1. Oktober zog das Unternehmen jedoch die Reißleine und setzte sämtliche Flüge aus.

Neben den technischen Problemen verweist AnimaWings auf ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld. Gestiegene Betriebskosten, höhere Treibstoffpreise und eine gesunkene Kaufkraft der Fluggäste hätten die Lage zusätzlich verschärft. Das Sanierungsverfahren soll nun helfen, die Verbindlichkeiten neu zu strukturieren und den Fortbestand der Gesellschaft zu sichern.

Ab dem 25. Oktober, mit Beginn des Winterflugplans, will AnimaWings den Betrieb wieder aufnehmen. Das Unternehmen kündigte einen überarbeiteten Flugplan an, der sich am tatsächlich verfügbaren Fluggerät orientieren soll. Wie groß das Angebot dann sein wird, ließ die Airline offen.

Passagiere mit Buchungen im betroffenen Zeitraum sollen per E-Mail über die Stornierung informiert werden. Erstattungen wickelt das Unternehmen nach eigenen Angaben gemäß den geltenden Rechtsvorschriften ab. Einen konkreten Auszahlungszeitpunkt nannte AnimaWings nicht. Wegen des hohen Anfragevolumens müssen Kunden mit längeren Wartezeiten rechnen. Wer nach dem angekündigten Neustart fliegen will, sollte vor der Anreise zum Flughafen den aktuellen Buchungsstatus prüfen.

Weitere Insolvenzfälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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