Ein Gericht in der lombardischen Stadt Brescia hat den gleichnamigen Fussballverein für zahlungsunfähig erklärt. Damit endet eine Geschichte, die 1911 begann und Namen wie Roberto Baggio, Pep Guardiola, Andrea Pirlo und Luca Toni hervorgebracht hat.
Der Auslöser der Krise liegt in gefälschten Steuergutschriften. Mit diesen wollte der Verein ausstehende Gehalts- und Sozialversicherungszahlungen begleichen. Behörden stuften die Gutschriften später als ungültig ein. Die zuständige Finanzkontrollbehörde leitete Ermittlungen ein. Das Ergebnis traf den Klub hart: acht Punkte Abzug, Abstieg aus der zweiten Liga, Klassenerhalt für den Konkurrenten UC Sampdoria.
Danach überstürzten sich die Ereignisse. Vereinseigner Massimo Cellino verzichtete auf eine Anmeldung für die dritte Liga und erfüllte die geforderten finanziellen Auflagen nicht. Der Verband entzog Brescia daraufhin die Zulassung zum Profibetrieb. Wegen Schulden von rund 20 Millionen Euro beantragte die Staatsanwaltschaft die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.
Das Gericht gab diesem Antrag statt. Ein Insolvenzverwalter übernimmt nun die Abwicklung des Vereinsvermögens.
Die Stadt Brescia bleibt dennoch im Profifussball vertreten. Mit Union Brescia existiert bereits ein Nachfolgeklub, der den Aufstieg in die zweite Liga anstrebt. Ob und in welcher Form Brescia Calcio als Rechtsnachfolger weiterbestehen kann, hängt vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab.
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