Rund 25 Beschäftigte bangen um ihre Arbeitsplätze: Das Hamburger Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Violas‘ GmbH offiziell eröffnet. Der Stichtag war der 1. Oktober.

Dabei läuft die Uhr schon länger. Bereits im August ordnete das Gericht eine vorläufige Verwaltung des insolventen Unternehmens an. Geschäftsführerin Viola Fuchs nannte damals mehrere Ursachen für die finanzielle Schieflage: gestiegene Aufwendungen für Rohstoffe, Energie, Logistik und Personal sowie eine anhaltend schwache Kauflaune der Verbraucher. Die eingeleiteten Maßnahmen konnten die Zahlungsunfähigkeit letztlich nicht abwenden.

Das Unternehmen betreibt bundesweit 25 Fachgeschäfte für Gewürze und Feinkost, verteilt auf 20 Städte. Zu den Standorten zählen Hamburg, Berlin, Köln und Essen. Die Filialen werden von Franchisenehmern geführt. Diese sollen nach aktuellen Angaben weiterhin beliefert werden und ihren Betrieb fortsetzen. Betroffen von der Zahlungsunfähigkeit ist demnach ausschließlich die Firmenzentrale.

Die Violas‘ GmbH hat eine lange Geschichte. Viola Fuchs gründete das Unternehmen am 11. November 1997. Die Wurzeln der Familie in der Gewürzherstellung reichen jedoch noch weiter zurück: Bereits in dritter Generation produziert die Familie Gewürze und Spezialitäten in einer kleinen Hamburger Manufaktur.

Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Hamburger Rechtsanwalt Dr. Gideon Böhm. Gläubiger haben bis zum 2. November Zeit, ihre Forderungen bei ihm anzumelden. Für den 2. Dezember ist eine Gläubigerversammlung angesetzt. Dort trägt Böhm über den Stand des Verfahrens vor. Die Gläubiger entscheiden dann über das weitere Vorgehen. Zur Debatte stehen eine Fortführung des Betriebs, ein Sanierungsplan oder die vollständige Stilllegung.

Böhm verfolgt derweil ein konkretes Ziel: Er führt nach eigenen Angaben intensive Gespräche mit potenziellen Investoren, um das Unternehmen durch einen Verkauf zu retten. Für die 25 Beschäftigten zahlt die Violas‘ GmbH die Gehälter inzwischen wieder selbst, nachdem der dreimonatige staatliche Lohnkostenzuschuss ausgelaufen ist. Ausreichende Mittel für eine weitere Betriebsführung seien vorhanden, so der Verwalter. Ob eine Investorenlösung gelingt, bleibt jedoch offen.

Weitere Insolvenzfälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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