Ein Londoner Investmenthaus zieht den Stecker – und reißt einen der bekanntesten deutschen Solarpionier in die Zahlungsunfähigkeit. Die Energiekonzepte Deutschland GmbH, kurz EKD, steht vor dem vorläufigen Ende einer beispiellosen Wachstumsgeschichte.

Der Finanzier Pemberton hatte die Leipziger erst Ende 2024 übernommen, den Kauf 2025 abgeschlossen. Danach installierte der neue Eigentümer eine frische Führungsebene unter Christian Arnold und startete ein umfassendes Umbauprogramm. Doch die Bemühungen fruchteten nicht. Das Investitionskomitee von Pemberton kam zu dem Schluss, dass das bestehende Geschäftsmodell keine tragfähige Zukunft mehr habe, und verweigerte weitere Kapitalzufuhr. Die unmittelbare Folge: EKD stellte am 2. Oktober beim Amtsgericht Leipzig einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Sieben Gesellschaften der EKD-Gruppe sollen davon betroffen sein.

Rund 400 Beschäftigte bangen nun um ihre Stellen. Die Gehälter sind vorerst über das staatliche Insolvenzausfallgeld gesichert. Die Unternehmensführung erklärte, gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter nach einem Sanierungsweg zu suchen. Der laufende Betrieb soll derweil aufrechterhalten werden.

Dabei begann die Geschichte von EKD als Musterbeispiel unternehmerischen Erfolgs. Gründer Mathias Hammer startete das Unternehmen 2018 in Leipzig mit gerade zwei Mitarbeitern. Bereits 2020 war die tausendste Anlage montiert. 2022 zählte EKD mehr als 100 Festangestellte, arbeitete mit Tausenden Handelsvertretern zusammen und expandierte auf über 15 Standorte im gesamten Bundesgebiet. Zuletzt montierte das Unternehmen nach eigenen Angaben monatlich mehr als 1.000 Anlagen. Das Portfolio wuchs weit über Solarmodule hinaus: Stromspeicher, Wärmepumpen und Ladelösungen für Elektroautos ergänzten das Angebot.

Der Absturz erklärt sich vor allem aus dem Wandel des Marktes. Das für EKD zentrale Geschäft mit privaten Hauseigentümern brach 2025 erheblich ein. Im Eigenheimbereich lag die Nachfrage zeitweise rund 28 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Wettbewerb unter den Anbietern verschärfte sich gleichzeitig dramatisch.

Der gesamte Solarmarkt steckt dabei nicht in der Krise. Im ersten Halbjahr 2026 wuchs die neu installierte Leistung in Deutschland um rund neun Prozent. Das Wachstum verlagert sich jedoch auf Freiflächenanlagen und Großprojekte. Anbieter, die fast ausschließlich auf private Dachanlagen setzten, geraten dabei unter massiven Druck – EKD traf es besonders hart.

Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.

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