Do.. Aug. 27th, 2026

Ein geschichtsträchtiges Gebäudeensemble in der Salzburger Altstadt droht dauerhaft zur Bauruine zu werden. Das ehrgeizige Revitalisierungsprojekt an der Staatsbrücke ist endgültig in finanzielle Schieflage geraten – die zuständige Projektgesellschaft steht nun vor dem Aus.

Das Landesgericht Salzburg hat auf Betreiben eines oder mehrerer Gläubiger die Zahlungsunfähigkeit der Am Goldeck GmbH festgestellt. Hinter der Gesellschaft steckt der oberösterreichische Immobilienentwickler vonree, der 94 Prozent der Anteile hält. Bereits Ende Juli dieses Jahres hatte das Landesgericht Steyr ein Konkursverfahren über das Mutterunternehmen eröffnet. Auslöser war damals eine Baustelle am Stadtplatz in Steyr.

Das Projekt hatte von Beginn an ambitionierte Ziele. Drei denkmalgeschützte Häuser am linken Brückenkopf sollten umfassend saniert und neu belebt werden. Geplant waren ein Boutique-Hotel mit 44 Betten sowie Büroflächen, Wohnungen und Geschäfte. Fertigstellung: Ende 2024. Dazu kam es nie.

Seit dem Herbst 2024 liegt die Baustelle brach. Offene Forderungen blockierten offenbar die Weiterführung der Arbeiten. Die Gebäude stehen seither hinter Bauzäunen, die umliegenden Ladenflächen sind verwaist.

Dabei hatte vonree für das Ensemble tief in die Tasche gegriffen. Im Jahr 2022 erwarb das Unternehmen die drei Häuser von der Wüstenrot-Gruppe – dem Vernehmen nach für rund 14,7 Millionen Euro. Für die Gesamtentwicklung kalkulierten die Verantwortlichen weitere 25 bis 30 Millionen Euro ein. Die letzte bekannte Bilanz der Am Goldeck GmbH, erstellt zum 31. Dezember 2024, weist Vermögenswerte von insgesamt rund 28 Millionen Euro aus. Davon entfallen 23,5 Millionen Euro auf das Sachanlagevermögen.

Frühjahr 2026 hatten Projektverantwortliche noch öffentlich Zuversicht signalisiert und von fortgeschrittenen Gesprächen mit einem möglichen Geldgeber gesprochen. Zu einem Abschluss führten diese Gespräche offensichtlich nicht.

Angaben zur Zahl der betroffenen Gläubiger oder beschäftigten Mitarbeiter lagen zunächst nicht vor. Wie es mit den drei Altstadthäusern weitergehen soll, ist derzeit völlig offen.

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