Die Waldfrieden Events GmbH aus Stemwede hat Insolvenz angemeldet. Auslöser war eine Kette von Rückschlägen, die das Unternehmen finanziell in die Enge trieb und keinen anderen Ausweg mehr ließ.
Den Anfang machte die Absage des Festivals „Hai in den Mai“ Ende April. Der Kreis Minden-Lübbecke verweigerte die naturschutzrechtliche Genehmigung, da das Veranstaltungsgelände am Stemweder Berg in einem Schutzgebiet liegt. Ein Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Münster scheiterte ebenfalls. Die Vorbereitungskosten waren da bereits aufgelaufen, Einnahmen blieben jedoch aus.
Auch das zweite große Festival des Jahres fällt weg. Das „Waldfrieden Wonderland“, das seit rund 30 Jahren im Spätsommer stattfindet, wird 2026 nicht veranstaltet. Die Kreisverwaltung Minden-Lübbecke forderte eine vollständige Artenschutzprüfung für das Gelände. Diese sei laut den Veranstaltern im vorhandenen Zeitrahmen nicht durchzuführen.
Damit fehlten dem Unternehmen sämtliche nennenswerten Einnahmen des laufenden Jahres. Angesichts der offenen Verbindlichkeiten blieb nur der Gang zum Insolvenzgericht. „Dieser Schritt fällt uns alles andere als leicht“, erklärte das Organisationsteam öffentlich.
Trotz der schwierigen Lage gibt es Hoffnung auf eine Fortsetzung. Neben der insolventen GmbH existiert der gemeinnützige Verein Waldfrieden Kultur e.V., der bislang kleinere Veranstaltungen auf dem Gelände organisiert. Dieser könnte künftig auch die großen Festivals übernehmen, möglicherweise in reduziertem Umfang. „Wir sind optimistisch, dass wir bald positive Neuigkeiten vermelden können“, so die Veranstalter.
Erste Zeichen dafür sind bereits sichtbar. Für das kleinere Waldhealing-Festival Mitte Juni liegt bereits eine Genehmigung vor, weitere kleine Raves sind auf dem Gelände geplant. Zudem kamen bei einer Online-Spendenaktion mehr als 20.000 Euro zusammen. Ein Teil davon soll an Dienstleister ausgezahlt werden, die durch die Absage von „Hai in den Mai“ finanzielle Einbußen erlitten.
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