Das Kölner Restaurant Maybach an der Maybachstraße, unweit des Cinedom gelegen, steckt in der Krise. Das Amtsgericht Köln hat ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren angeordnet. Dabei bleibt die Geschäftsführung im Amt und leitet den Betrieb eigenständig weiter. Ziel ist eine wirtschaftliche Sanierung, die das Traditionslokal dauerhaft erhalten soll.
Inhaber Wolfgang Günther Grätz führt das Restaurant seit 25 Jahren. Der gelernte Küchenmeister und Metzger aus Franken arbeitete vor seiner Zeit in Köln in den USA, Kanada und Schweden. Nun kämpft er um sein Lebenswerk, das im historischen Direktionsgebäude des früheren Güterbahnhofs Köln Gereon untergebracht ist.
Für die Schieflage gibt es mehrere Ursachen. Die Gastronomiebranche leidet seit Jahren unter gestiegenen Energie, Personal und Wareneinsatzkosten sowie unter einem veränderten Konsumverhalten. Für das Maybach kam erschwerend hinzu, dass nach der Coronapandemie umfangreiche Bauarbeiten am Gebäude den Betrieb über einen längeren Zeitraum beeinträchtigten. Das Lokal geriet dadurch bei vielen Gästen aus dem Blickfeld.
Das Amtsgericht Köln bestellte Rechtsanwältin Marion Rodine zur vorläufigen Sachwalterin. Sie überwacht die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und vertritt die Interessen der Gläubiger. Rodine ist berechtigt, die Geschäftsräume zu betreten und Auskünfte zu den Vermögensverhältnissen einzuholen.
Trotz der schwierigen Lage gibt sich Grätz zuversichtlich. Das Maybach soll weiter betrieben werden und künftig auch neue Zielgruppen ansprechen. Das Lokal mit rund 300 Plätzen ist montags bis samstags von 16 bis 24 Uhr geöffnet.
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