Der westfälische Möbelhersteller Interlübke steckt erneut in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Das Unternehmen aus Rheda-Wiedenbrück hat beim zuständigen Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist bereits das zweite Mal, dass der Hersteller diesen Schritt gehen muss – nach einer ersten Pleite im Jahr 2012.
Als Hintergrund werden anhaltende Probleme im Einrichtungsmarkt genannt. Kaufzurückhaltung bei den Verbrauchern sowie starke Umsatzschwankungen im Möbelhandel hätten dazu geführt, dass wirtschaftliche Ziele nicht rechtzeitig erreicht werden konnten. Die Unternehmensführung spricht offen von einer existenzbedrohenden Krise.
Dabei hatten die Eigentümer in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Marke zu stabilisieren. Domovari-Inhaber Ralf Oehmke übernahm nach dem Einstieg im Spätsommer 2022 gemeinsam mit seinem Bruder die Verantwortung und setzte auf eine umfassende Neuausrichtung. Investitionen in den Maschinenpark, eine Weiterentwicklung des Sortiments sowie eine Modernisierung des Vertriebs sollten das Unternehmen auf stabiles Fundament stellen. Hinzu kam eine Zulieferkooperation mit Hülsta, die als wichtiger strategischer Baustein galt. Dieser Partner fiel jedoch im Juli 2024 ebenfalls aus, als Hülsta nach einer eigenen Insolvenz den Betrieb einstellen musste.
Interlübke blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit der Gründung 1937 produziert das Unternehmen am Standort in Rheda-Wiedenbrück hochwertige Kastenmöbel. Als Erfinder des modernen Systemschranks gilt die Marke als Pionier der deutschen Einrichtungsbranche. Das 1963 eingeführte Programm 601 brachte die erste wandfüllende Schrankwand auf den Markt und veränderte die Innenarchitektur nachhaltig. Kennzeichen der Produkte sind puristische Formgebung, präzise Verarbeitung sowie weitreichende Möglichkeiten zur individuellen Konfiguration von Maßen, Farben und Innenausstattungen.
Das laufende Insolvenzverfahren soll nun unter gerichtlicher Aufsicht klären, welche Optionen für den Fortbestand des Unternehmens bestehen. Offen ist dabei auch, was der Verfahrensausgang für die Belegschaft und die Produktion am Standort bedeutet.
Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.
