Das traditionsreiche Münchner Musikhaus Hieber Lindberg ist zahlungsunfähig. Das Unternehmen hat beim zuständigen Amtsgericht ein Insolvenzverfahren beantragt. Als Insolvenzverwalter wurde Anwalt Max Liebig eingesetzt.
Das Geschäft soll vorerst weiter geöffnet bleiben. Die 44 Beschäftigten erhalten ihre Gehälter bis mindestens Ende Juni über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung abgesichert. Liebig will sich zunächst einen genauen Überblick über die finanzielle Lage des Unternehmens verschaffen. Sein erklärtes Ziel: einen Investor für das Münchner Traditionshaus zu finden. Er bezeichnete Hieber Lindberg als einen Leuchtturm für eine lebendige Innenstadt.
Das Unternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Es entstand 2006 aus dem Zusammenschluss von Hieber am Dom, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1884 reichen, und der Ernst Lindberg GmbH, die 1924 gegründet wurde.
Als Ursache der Insolvenz gelten hohe Mietkosten sowie der anhaltende Trend zum Onlinehandel, der dem stationären Einzelhandel bundesweit zusetzt. Erst im Juli 2025 war das Geschäft innerhalb der Sonnenstrasse in kleinere Räume umgezogen, um die Kostenbelastung zu senken. Dennoch reichten diese Massnahmen offenbar nicht aus.
Hieber Lindberg führt ein breites Sortiment: von Blas, Streich und Tasteninstrumenten über DJ-Ausrüstung bis hin zu Noten, ergänzt durch einen Onlineshop. Geschäftsführerin Corina Loib betont den besonderen Wert des Fachhandels vor Ort, wo Kunden Instrumente direkt ausprobieren und sich von erfahrenem Personal beraten lassen können.
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