Sa. 9. Mai. 2026

Das Münchner Photovoltaikunternehmen Grid Parity AG hat beim zuständigen Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Das Gericht leitete daraufhin ein vorläufiges Verfahren ein und bestellte Rechtsanwalt Stefan Strüwind zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Das Unternehmen sieht die Schuld für seine finanzielle Notlage in der Politik der brandenburgischen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Nach dem Regierungswechsel habe sich das Marktumfeld für Photovoltaikprojekte erheblich verschlechtert. Konkret beziehe sich die Kritik auf Reiches Ankündigung, die feste Einspeisevergütung für neu installierte kleine Solaranlagen abzuschaffen. Diese Pläne waren Teil eines Zehnpunkteplans, den die Ministerin Mitte September gemeinsam mit einem Monitoringbericht zur Energiewende vorgestellt hatte.

Die Konsequenzen seien aus Sicht von Grid Parity unmittelbar spürbar gewesen: Banken hätten zugesagte Finanzierungen zurückgezogen, und bereits sicher geglaubte Aufträge seien ausgeblieben. CEO Erich Merkle hatte die Situation im September öffentlich auf LinkedIn thematisiert. Er beschrieb, wie Investoren in eigene Solaranlagen auf stabile Einnahmen durch die Einspeisevergütung gesetzt hätten, die Politik nun aber genau dieses Fundament entziehe.

Um die entstandene Finanzierungslücke zu schließen, führte das Unternehmen Gespräche mit potenziellen Investoren. Diese konnten jedoch nicht rechtzeitig zum Abschluss gebracht werden, sodass der Insolvenzantrag unausweichlich wurde. Der laufende Geschäftsbetrieb soll während des Verfahrens aufrechterhalten werden, und die Suche nach geeigneten Geldgebern geht weiter.

Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.

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