Mi.. Sep. 9th, 2026

Einer der größten unabhängigen Betreiber von Solarparks in Europa steht vor einem Schuldenschnitt. Die Enerparc AG aus Hamburg hat beim zuständigen Amtsgericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Gericht reagierte prompt: Bereits am 7. September 2026 bestellten die Richter den Hamburger Anwalt Stefan Denkhaus als vorläufigen Verwalter.

Denkhaus ist Restrukturierungsspezialist bei der Wirtschaftskanzlei BRL. Er und sein Team erschienen unmittelbar nach der Bestellung persönlich bei Enerparc, um die Belegschaft zu informieren. Parallel begann der Anwalt erste Sondierungsgespräche mit dem Vorstand, den Unternehmensberatern sowie den Geldgebern des Konzerns.

Das Ziel ist klar: den laufenden Betrieb sichern. Denkhaus erklärte, die Stabilisierung des Unternehmens und seiner Konzerngesellschaften stehe ganz oben auf der Agenda. Ob auch Schwestergesellschaften von Enerparc Zahlungsunfähigkeit anmelden müssen, lasse sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen.

Enerparc zählt gemessen an seiner installierten Leistung zu den schwergewichtigen Akteuren der europäischen Solarbranche. Das Unternehmen betreibt mehr als 500 Solarparks mit einer Gesamtkapazität von rund 5,5 Gigawatt, davon speisen 3,8 Gigawatt bereits Strom ins Netz ein.

Während die Muttergesellschaft um ihre Zukunft kämpft, meldet sich die Tochtergesellschaft Sunnic Lighthouse GmbH mit einer klaren Botschaft: Das Hamburger Unternehmen arbeitet uneingeschränkt weiter. Geschäftsführer Arved von Harpe betonte, Sunnic Lighthouse sei wirtschaftlich eigenständig und finanziell stabil aufgestellt. Der Betrieb laufe störungsfrei, Kunden würden zuverlässig mit Strom beliefert, und die Zusammenarbeit mit Anlagenbetreibern sowie Handelspartnern gehe wie gewohnt weiter.

Sunnic Lighthouse ist seit 2012 im deutschen Energiemarkt tätig. Das Unternehmen vermarktet Ökostrom aus Solaranlagen, Batteriespeichern und Windkraftanlagen verschiedener Betreiber direkt an Abnehmer und handelt Strom an der Börse. Das verwaltete Portfolio umfasst eine installierte Anlagenleistung von mehr als 4.800 Megawatt, etwa zwei Drittel davon entfallen auf Solarenergie, ein Drittel auf Windkraft. Damit gehört Sunnic Lighthouse zu den größten Direktvermarktern erneuerbarer Energien in Deutschland.

Das Unternehmen erwirtschafte einen positiven Zahlungsmittelüberschuss und blicke auf ein erfreuliches Geschäftsjahr zurück, hieß es weiter. Die Solarparks der insolventen Muttergesellschaft Enerparc liefern derweil weiterhin Strom.

Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.

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