Der Einzelhandel in Deutschland steht unter enormem Druck. Steigende Kosten, schwache Konsumlaune und der Wettbewerb mit großen Online-Plattformen machen vor allem kleinen Händlern das Leben schwer. Nun hat es ein Unternehmen aus dem Bereich Beleuchtungstechnik getroffen.
Das Amtsgericht Bad Kreuznach hat ein Insolvenzverfahren gegen die TradeFit GmbH mit Sitz in Callbach eröffnet. Das Unternehmen vertreibt LED-Produkte, darunter LED-Stripes, Steuerungselemente und Montagezubehör. Laut eigenen Angaben verfügt TradeFit über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Beleuchtungsbranche und bietet Systeme an, die sich individuell an verschiedene Raumkonzepte anpassen lassen.
Zur Insolvenzverwalterin wurde Rechtsanwältin Annemarie Dhonau von der Kanzlei Dr. Schiebe u. Coll. bestellt. Sie soll die wirtschaftliche Lage des Unternehmens prüfen und klären, ob eine Sanierung realisierbar ist.
Der Fall reiht sich in einen besorgniserregenden Trend ein. Im vergangenen Jahr wurden bei deutschen Amtsgerichten insgesamt 24.064 Firmeninsolvenzen beantragt, was einem Anstieg von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit erreichte die Zahl der Unternehmenspleiten den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt.
Der Chefanalyst des Deutschen Industrie- und Handelskammertags brachte das Ausmaß der Krise auf den Punkt: Im Schnitt habe in Deutschland alle 20 Minuten ein Unternehmen Insolvenz angemeldet. 2025 sei ein ausgesprochen schwaches Jahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland gewesen.
Für 2026 zeichnet sich keine rasche Entspannung ab. Geopolitische Konflikte, anhaltend hohe Energiepreise und Unsicherheiten in den globalen Lieferketten belasten die Unternehmen weiterhin erheblich. Besonders kleinere Einzelhändler, die weder über die Rücklagen großer Konzerne noch über deren Marktmacht verfügen, geraten dabei schnell in existenzielle Schwierigkeiten.