Eine einzige Gewerbeimmobilie im Wiener Stadtteil Brigittenau steht im Zentrum eines der jüngsten Insolvenzfälle aus der österreichischen Immobilienbranche. Die simpliimmo Eins Immobilienentwicklungs GmbH & Co KG, ansässig in der Marktstraße in Eisenstadt, ist zahlungsunfähig. Kein einziger Beschäftigter verliert dabei seinen Job, denn die Projektgesellschaft betreibt kein Personal.

Das Landesgericht Eisenstadt eröffnete am 12. Oktober ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Das bedeutet: Die Gesellschaft verliert die Kontrolle über ihr Vermögen. Eine externe Fachkanzlei übernimmt das Ruder.

Die Schuldenlast ist erheblich. Insgesamt 35,8 Millionen Euro stehen 21 Gläubigern gegenüber. Wer hinter diesen Forderungen steckt und welche Umstände zur Zahlungsunfähigkeit geführt haben, ist derzeit nicht bekannt.

Die Gesellschaft hat ihren Gläubigern einen Sanierungsplan vorgelegt. Dieser sieht eine Rückzahlungsquote von 20 Prozent vor. Die Zahlung soll innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Plans erfolgen. Finanzieren will das Unternehmen diese Quote aus laufenden Mieteinnahmen der Brigittenauer Immobilie sowie durch Unterstützung von dritter Seite.

Ob dieser Plan aufgeht, ist offen. Fachleute prüfen derzeit, ob die angebotene Quote realistisch und die Finanzierung dauerhaft tragfähig ist. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die Gläubiger dem Vorschlag zustimmen.

Zur Verwalterin der Insolvenzmasse bestellte das Gericht die Kanzlei Kosch & Partner Rechtsanwälte GmbH. Der dort tätige Sanierungsspezialist Gerwald Holper führt das Verfahren. Er prüft die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft und verhandelt mit den Gläubigern über den Sanierungsplan.

Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.

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