Ein Unternehmen, das seit über 75 Jahren Sofas und Wohnlandschaften fertigt, steht vor einem schmerzhaften Neuanfang. Der bayerische Polstermöbelhersteller Himolla aus Taufkirchen baut 175 Stellen ab. Betriebsrat und Unternehmensführung haben sich auf diesen Schritt geeinigt.
Ursprünglich drohte ein noch härterer Schnitt. Zeitweise stand der Verlust von bis zu 240 Stellen im Raum. Am Stammsitz in Taufkirchen sollen nach dem Umbau rund 540 Beschäftigte verbleiben. Die Kündigungen laufen bereits. Über einen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter verhandeln beide Seiten derzeit noch.
Gegründet im Jahr 1948, zählt Himolla zu den bekanntesten Namen der deutschen Möbelbranche. Mehr als 2000 Mitarbeiter sind hierzulande und im Ausland für das Unternehmen tätig. Produziert werden Sofas, Fernsehsessel und großflächige Wohnlandschaften. Diese Kernkompetenz bleibt dem Standort Taufkirchen erhalten. Die Endfertigung der Möbel dort fällt jedoch künftig weg.
Zur Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens trugen mehrere Faktoren bei. Die anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher bei Einrichtungsgegenständen, eine schwache Baukonjunktur und der intensive Wettbewerb durch Hersteller aus Niedriglohnländern brachten das Unternehmen in Bedrängnis. Ende Juni 2025 stellte Himolla den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Seit dem 1. September läuft die Sanierung in Eigenverwaltung.
Der Geschäftsbetrieb bleibt während des Verfahrens aufrechterhalten. Kundenaufträge werden weiterhin bearbeitet und ausgeliefert. Für Käufer ändert sich vorerst nichts.
Himolla steht mit seiner Lage nicht allein. Die gesamte deutsche Möbelindustrie durchlebt eine tiefe Schwächephase. Der Branchenumsatz sank im vergangenen Jahr auf rund 15,8 Milliarden Euro, ein Rückgang von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Unternehmen setzt nun auf eine schlankere Struktur, um langfristig bestehen zu können. Ob der harte Einschnitt ausreicht, um Himolla dauerhaft zu stabilisieren, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.
