Mi.. Juli 29th, 2026

Ein Traditionsunternehmen aus dem Herzen Baden-Württembergs kämpft ums Überleben. Die Alois Rettenmaier GmbH & Co. KG, spezialisiert auf Metallverarbeitung und Veredelung, stellte beim Amtsgericht Aalen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. 23 Beschäftigte bangen nun um ihre Stellen.

Der Heilbronner Rechtsanwalt Ado Nika übernahm die Rolle des vorläufigen Insolvenzverwalters. Sein erstes Signal an die Belegschaft: Die Fertigung läuft weiter. Gehälter flossen bis Ende Juni regulär. Die Lohnkosten für Juli, August und September trägt nun die Bundesagentur für Arbeit über das Insolvenzausfallgeld.

Nika hält sich bei der Ursachenfrage bewusst bedeckt. Zunächst müsse er die finanzielle Gesamtlage des Unternehmens durchleuchten. Erst danach lasse sich beurteilen, was zur Zahlungsunfähigkeit führte und welche Wege aus der Krise realistisch sind.

Das 1914 von Alois Rettenmaier gegründete Unternehmen blickt auf mehr als ein Jahrhundert Firmengeschichte zurück. Aus einem kleinen Familienbetrieb wuchs ein etablierter Hersteller, der ein breites Spektrum an Metallprodukten fertigt: Werbeartikel, Vereinsabzeichen, Schlüsselanhänger, Namensschilder und Flaschenöffner zählen ebenso zum Sortiment wie Präzisionsstanz- und Biegeteile für die Automobilindustrie. Hinzu kommen Gravuren auf Metall, Holz, Glas und Stein. Entwicklung, Werkzeugbau und Produktion erfolgen dabei vollständig am Standort in Schwäbisch Gmünd.

Ob dieser Standort eine Zukunft hat, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Nika prüft derzeit alle Optionen, von einer Fortführung über eine Sanierung bis hin zur Abwicklung. Eine Prognose wagt er noch nicht.

Das Schicksal von Rettenmaier steht exemplarisch für eine breitere Entwicklung. Traditionsreiche Familienbetriebe im Verarbeitenden Gewerbe geraten zunehmend unter Druck. Ob ein Unternehmen mit mehr als hundert Jahren Geschichte diesen Druck übersteht, bleibt offen.

Weitere Insolvenzfälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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