Di.. Juni 2nd, 2026

Kaum ein Jahr nach dem Start der Partnerschaft mit dm steht das Berliner Healthtech-Startup Aware Health vor dem finanziellen Aus. Das Amtsgericht Charlottenburg eröffnete am 21. Mai das vorläufige Insolvenzverfahren gegen das Unternehmen.

Aware hatte ein vergleichsweise einfaches Konzept entwickelt: Kunden lassen sich im Drogeriemarkt Blut abnehmen, erhalten die Ergebnisse innerhalb von zwei Werktagen per App und können bei Bedarf eine telemedizinische Beratung in Anspruch nehmen. Elf verschiedene Tests standen zur Wahl, darunter Checks zur Herzgesundheit oder zum Hautzustand. Die Preise lagen zwischen 9,95 und 69,95 Euro. Darüber hinaus bot Aware ein Jahresabo für 450 Euro an, das regelmäßige Langzeittests mit 99 Biomarkern umfasste.

Das Angebot war bisher lediglich in zwei dm-Filialen in Berlin-Charlottenburg und Karlsruhe verfügbar. Ob der Betrieb dort weiterlaufen kann, ist derzeit offen. Laut dem eingesetzten vorläufigen Insolvenzverwalter wird der Geschäftsbetrieb vorerst aufrechterhalten. Zudem wurde ein Investorenprozess zur Sanierung angestoßen.

Gegründet wurde Aware im Juni 2021 von Florian Meissner, Ramzi Rizk und Ferdinand Schmidt-Thomé. Beide Erstgenannten zogen sich in den Folgejahren aus der Geschäftsführung zurück. Zuletzt führten Schmidt-Thomé und Henrik Siemers das Unternehmen gemeinsam. Trotz mehrerer Finanzierungsrunden reichte das eingesammelte Kapital offenbar nicht aus. Allein im Frühjahr 2022 flossen rund 15 Millionen US-Dollar von institutionellen Geldgebern. Im vergangenen Jahr folgte eine weitere Runde, und noch im Februar wurde die Ausgabe neuer Anteile genehmigt. Dazu kam es nicht mehr.

Neben der Kooperation mit dm betrieb Aware rund 25 eigene Standorte. Das Kernstück des Geschäftsmodells bildete ein Algorithmus zur Auswertung von Blutproben.

Für dm bedeutet die Insolvenz einen Rückschlag im Aufbau seines Gesundheitsangebots, das der Drogeriekonzern in den vergangenen Jahren gezielt ausgebaut hat. Weitere Partnerschaften, etwa zur Hautanalyse oder zum Augenscreening in einzelnen Filialen, sind davon bislang nicht betroffen.

Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.

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