So. 17. Mai. 2026

Der Wohndeko-Händler Depot hat zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen betreibt bundesweit rund 155 Filialen und beschäftigt etwa 1500 Mitarbeiter, die voraussichtlich Insolvenzgeld erhalten werden.

Wie schon beim ersten Verfahren setzt Depot auf Eigenverwaltung. Das bedeutet, die bisherige Unternehmensführung behält ihre Funktion, wird jedoch von externen Sanierungsexperten unterstützt. Alexander Höpfner und Sven Tischendorf von der Kanzlei ACT Legal übernehmen die operative Begleitung der Restrukturierung. Thomas Rittmeister von der Kanzlei Reimer fungiert als vorläufiger Sachwalter und wacht darüber, dass die Interessen der Gläubiger gewahrt bleiben.

Bereits im Juli 2024 hatte Depot wegen drohender Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. In dessen Folge wurden zahlreiche Standorte aufgegeben. Das Unternehmen führte seinen Betrieb anschließend unter der GDC Deutschland GmbH mit Sitz im bayerischen Großostheim fort. Doch die damaligen Einschnitte reichten offenbar nicht aus. Zu Beginn des laufenden Jahres wurde bekannt, dass Depot nach frischen Geldgebern suchte und Ende 2024 Mietrückstände angehäuft hatte. Auch die Personalkosten in der Zentrale galten weiterhin als zu hoch.

Erschwerend kommt die schwierige Lage im Nonfood-Einzelhandel hinzu. Verhaltene Konsumlaune und wachsender Wettbewerb durch Online-Anbieter wie Temu setzen die gesamte Branche unter Druck. Zuletzt hatten auch die Handelskette Mäc Geiz und der Möbelhersteller Interlübke Insolvenz angemeldet. Depot selbst zählte vor einigen Jahren noch rund 400 Filialen in Deutschland, hat seitdem aber massiv an Substanz verloren.

Wie die konkreten Sanierungsschritte aussehen werden, ist derzeit noch offen. Für die verbleibenden Mitarbeiter und Kunden dürfte der laufende Betrieb zunächst unverändert weitergehen, da Eigenverwaltungsverfahren in der Regel eine Fortführung des Geschäfts vorsehen.

Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.

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