Der Wohndeko-Händler Depot hat zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen betreibt bundesweit rund 155 Filialen und beschäftigt etwa 1500 Mitarbeiter, die voraussichtlich Insolvenzgeld erhalten werden.
Wie schon beim ersten Verfahren setzt Depot auf Eigenverwaltung. Das bedeutet, die bisherige Unternehmensführung behält ihre Funktion, wird jedoch von externen Sanierungsexperten unterstützt. Alexander Höpfner und Sven Tischendorf von der Kanzlei ACT Legal übernehmen die operative Begleitung der Restrukturierung. Thomas Rittmeister von der Kanzlei Reimer fungiert als vorläufiger Sachwalter und wacht darüber, dass die Interessen der Gläubiger gewahrt bleiben.
Bereits im Juli 2024 hatte Depot wegen drohender Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. In dessen Folge wurden zahlreiche Standorte aufgegeben. Das Unternehmen führte seinen Betrieb anschließend unter der GDC Deutschland GmbH mit Sitz im bayerischen Großostheim fort. Doch die damaligen Einschnitte reichten offenbar nicht aus. Zu Beginn des laufenden Jahres wurde bekannt, dass Depot nach frischen Geldgebern suchte und Ende 2024 Mietrückstände angehäuft hatte. Auch die Personalkosten in der Zentrale galten weiterhin als zu hoch.
Erschwerend kommt die schwierige Lage im Nonfood-Einzelhandel hinzu. Verhaltene Konsumlaune und wachsender Wettbewerb durch Online-Anbieter wie Temu setzen die gesamte Branche unter Druck. Zuletzt hatten auch die Handelskette Mäc Geiz und der Möbelhersteller Interlübke Insolvenz angemeldet. Depot selbst zählte vor einigen Jahren noch rund 400 Filialen in Deutschland, hat seitdem aber massiv an Substanz verloren.
Wie die konkreten Sanierungsschritte aussehen werden, ist derzeit noch offen. Für die verbleibenden Mitarbeiter und Kunden dürfte der laufende Betrieb zunächst unverändert weitergehen, da Eigenverwaltungsverfahren in der Regel eine Fortführung des Geschäfts vorsehen.
Update vom 28.10.2026
Die österreichische Tochter Gries Deco Austria GmbH schließt ihren Betrieb zum 31. Januar 2027 vollständig. Alle 24 Filialen im Land machen bis dahin zu, nach 17 Jahren Präsenz in Österreich. Rund 140 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz und sind bereits informiert. Einen Sozialplan gibt es nicht. Firmenchef Christian Gries zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass die Betroffenen anderswo eine Stelle finden. Als Gründe nennt das Unternehmen die wachsende Online-Konkurrenz, die Kaufzurückhaltung der Verbraucher und den Druck durch günstige Aktionspostenmärkte wie Action oder Tedi. Eine eigenständige Fortführung des Österreich-Geschäfts sei nicht möglich.
Die deutsche Muttergesellschaft GDC Deutschland hat ihren Geschäftsbetrieb inzwischen eingestellt, und zwar Ende September 2026. Dabei gingen mehr als 1.000 Arbeitsplätze verloren. Im Sommer hatte Gries noch angekündigt, die Marke zu retten und in abgespeckter Form weiterzuführen. In Österreich war das Filialnetz schon durch die erste Insolvenz 2024 von 49 auf weniger als 30 Standorte geschrumpft, damals fielen über 100 Stellen weg.
Kunden können Gutscheine noch bis zum 31. Januar 2027 einlösen. Bis zur Schließung nimmt das Unternehmen das Weihnachtsgeschäft mit und plant Abverkaufsaktionen mit Preisnachlässen.
Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.
