Die Billigkette Mäc Geiz hat Insolvenz angemeldet. Vorerst bleiben die rund 180 Filialen geöffnet, doch die Zukunft des Unternehmens ist ungewiss. Etwa 1200 Beschäftigte sind von der Pleite betroffen.
Das Verfahren wird in Eigenverwaltung durchgeführt, was bedeutet, dass die bisherige Geschäftsführung vorerst im Amt bleibt und die Sanierung selbst steuert. Unterstützt wird sie dabei von externen Experten sowie dem vorläufigen Sachwalter Lucas Flöther. Alle Standorte werden nun auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft. Für viele Filialen dürfte es dabei eng werden, insbesondere in Ostdeutschland, wo sich der Großteil der Läden befindet, unter anderem in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin.
Erst im Februar hatte die ebenfalls angeschlagene Kette Kodi Mäc Geiz übernommen. Ziel war es, gemeinsam im Niedrigpreissegment konkurrenzfähig zu bleiben und durch engere Zusammenarbeit beim Einkauf Kosten zu senken. Doch die wirtschaftliche Lage bei Mäc Geiz erwies sich offenbar als gravierender als zunächst angenommen. Kodi selbst hatte Ende 2024 Insolvenz beantragt und dabei 80 eigene Filialen aufgegeben.
Für die Schieflage von Mäc Geiz gibt es mehrere Ursachen. Die Kaufzurückhaltung vieler Verbraucher trifft den Handel hart. Gleichzeitig sind Energiekosten, Mieten und Personalausgaben in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Hinzu kommt, dass Lieferanten zunehmend auf Vorauszahlung bestanden. Für ein Geschäftsmodell mit ohnehin geringen Margen sind solche Belastungen kaum zu schultern.
Paradox erscheint die Lage auf den ersten Blick, denn der Markt für Billigprodukte wächst. Ketten wie Action oder Tedi verzeichnen seit Jahren steigende Umsätze und expandieren kontinuierlich. Sie profitieren vom Sparverhalten vieler Haushalte. Kleinere Anbieter wie Mäc Geiz geraten dabei jedoch zunehmend ins Hintertreffen, weil sie weder die Einkaufsmacht noch die Effizienz der großen Konkurrenten erreichen.
Ob die Sanierung gelingt, bleibt abzuwarten. Erfahrungsgemäß folgen auf solche Verfahren Filialschließungen und ein verschlanktes Sortiment. Entscheidend wird sein, wie viele Standorte profitabel betrieben werden können und ob Vermieter bereit sind, bei den Mieten Zugeständnisse zu machen.
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