Do. 7. Mai. 2026

Der Kunststoff und Metallverarbeiter MMH Kunststofftechnik aus Battenberg steht vor einem tiefen Einschnitt. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Ende April müssen 24 von zuletzt 96 Beschäftigten das Unternehmen verlassen. Betroffen sind überwiegend Teilzeitkräfte.

Bereits im Februar hatte MMH einen Insolvenzantrag gestellt. Seither übernahm die Agentur für Arbeit die Lohnzahlungen, während der Geschäftsbetrieb zunächst aufrechterhalten wurde. Mit der formellen Eröffnung des Verfahrens im April änderte sich die Lage grundlegend. Insolvenzverwalter Carsten Koch von der Kanzlei Westhelle und Partner erklärte, dass er ab Mai die Löhne vollständig aus der Insolvenzmasse bestreiten müsse. Bei 96 Beschäftigten sei das schlicht nicht finanzierbar gewesen.

MMH war im Wesentlichen als verlängerte Werkbank für andere Unternehmen tätig. Dazu gehörten die Montage technischer Baugruppen sowie die Bearbeitung von Kunststoff und Metallteilen. Dieses Geschäftsmodell erwies sich als anfällig, als mehrere Auftraggeber ihre zuvor ausgelagerten Arbeiten wieder ins eigene Haus holten. Die schwache Konjunktur in zahlreichen Branchen beschleunigte diesen Prozess und brachte MMH in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Koch informierte die Belegschaft in einer Betriebsversammlung über die Entlassungen. Für die verbleibenden 70 Mitarbeiter soll der Betrieb vorerst weiterlaufen. Der Insolvenzverwalter plant kurzfristig für die Monate Mai bis Juli und bezeichnete die Kündigungen als einen schmerzhaften, aber unausweichlichen Schritt.

Das Unternehmen wurde 1995 gegründet und beschäftigte in seiner Blütezeit an den Standorten Laisa und Frankenberg bis zu 480 Mitarbeiter. Zuletzt leitete Marco Sittler die Firma als Geschäftsführer. MMH verstand sich stets als Dienstleister, dessen Belegschaft zu einem Großteil aus Frauen in Teilzeit oder geringfügiger Beschäftigung bestand. Davon zeugt auch die aktuelle Situation: Die nun entlassenen 24 Mitarbeiter sind größtenteils Teilzeitkräfte.

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