So. 19. Apr.. 2026

Der Förderverein der Poeler Kogge „Wissemara“ steckt in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten. Nach eigenen Angaben sieht sich der Verein rechtlich zur Insolvenzanmeldung verpflichtet, sobald er die anfallenden Kosten nicht mehr aus eigener Kraft tragen kann. Eine baldige Mitgliederversammlung soll klären, wie es weitergeht. Dabei will der Vorstand die Mitglieder über eine mögliche Insolvenz informieren und gemeinsam das weitere Vorgehen festlegen.

Auslöser der Krise ist der marode Zustand des hölzernen Nachbaus einer mittelalterlichen Kogge. Das rund 20 Jahre alte Schiff leidet unter massivem Schädlingsbefall im Holz. Die zuständige Berufsgenossenschaft hatte das Schiff bereits im September vergangenen Jahres stillgelegt, nachdem bei einer Routinekontrolle erhebliche Schäden festgestellt worden waren. Über den Winter wurde die „Wissemara“ in Stralsund repariert, doch zum Saisonstart im April fehlte weiterhin das notwendige Betriebszertifikat.

Die Kostenschätzungen der Behörden sind ernüchternd. Allein für zusätzliche Reparaturen werden rund fünf Millionen Euro veranschlagt. Weder eine umfassende Sanierung noch ein kompletter Neubau des Schiffes sei mit den vorhandenen Vereinsmitteln umsetzbar, teilte der Verein mit. Selbst das Abwracken der Kogge übersteige demnach die finanziellen Möglichkeiten des Vereins.

Der Betrieb liegt seither brach. Der Saisonstart wurde wiederholt verschoben, zuletzt waren Ausfahrten ab August in Aussicht gestellt worden. Inzwischen bietet die Vereinswebseite keine buchbaren Törns mehr für das laufende Jahr an. Damit endet vorerst eine rund zwei Jahrzehnte lange Geschichte des beliebten Traditionsschiffes, das als schwimmende Attraktion der Ostseeregion galt.

Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.

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