Fünf Schweinezuchtanlagen in Norddeutschland stehen vor ungewisser Zukunft. Das Amtsgericht Rostock eröffnete Anfang April die Insolvenzverfahren über die BLF Schweineaufzucht GmbH und die MV Babyporc GmbH. Beide Unternehmen sind zahlungsunfähig.
Die zwei eng miteinander verflochtenen Gesellschaften betreiben gemeinsam Standorte in Gnoien, Bernitt und Viezen im Landkreis Rostock sowie in Heidekrug und Friedland in der Mecklenburgischen Seenplatte. Insgesamt sind 28 Beschäftigte betroffen, davon 16 bei der MV Babyporc GmbH und 12 bei der BLF Schweineaufzucht GmbH. Letztere betreibt am Standort Bernitt zudem eine Biogasanlage zur Stromerzeugung.
Betrieb soll weiterlaufen
Trotz der Insolvenz sollen beide Unternehmen vorerst weiter in Betrieb bleiben. Insolvenzverwalter Stephan Zickuhr betont, dass Tierhaltungsbetriebe mit tragenden Tieren nicht kurzfristig stillgelegt werden können. Ziel sei es, den Betrieb geordnet aufrechtzuerhalten, das Tierwohl zu sichern und gleichzeitig eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive für Glaubiger, Mitarbeiter und Standorte zu entwickeln. Gespräche mit potenziellen Interessenten laufen bereits.
Die Futterversorgung der Tiere ist durch eine Burgschaft des Landkreises abgesichert. Laufende Erlöse aus der Vermarktung decken bislang wesentliche Betriebskosten wie tierarztliche Behandlungen, Besamung sowie Energie und Wasser.
Strukturelle Probleme belasten die Branche
Die Insolvenz steht auch im Zusammenhang mit grundlegenden Problemen fur Schweinehalter in Mecklenburg-Vorpommern. Lange Transportwege zu den Schlachthofen, hohe Energie und Versorgungskosten sowie wachsende regulatorische Anforderungen belasten die Betriebe dauerhaft. Diese strukturellen Nachteile erschweren es Unternehmen in der Region, wirtschaftlich zu bestehen.
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