Die Hamburger Jobplattform Joblift ist zahlungsunfähig. Trotz Millionenumsätzen und erheblicher Investorenunterstützung hat das Unternehmen beim Amtsgericht Hamburg ein vorläufiges Insolvenzverfahren beantragt. Rechtsanwalt Dr. Arno Doebert wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt und muss fortan wichtigen unternehmerischen Entscheidungen zustimmen.
Joblift wurde 2015 unter dem Namen „Everyjob“ gegründet und betreibt eine Metasuchmaschine für Stellenangebote. Die Plattform bündelt nach eigenen Angaben mehr als eine Million Stellenanzeigen aus über 100 Jobbörsen, darunter schwerpunktmäßig Angebote aus Handwerk, Industrie und technischen Berufen. Mehr als 6,5 Millionen Nutzer sollen den kostenlosen Dienst bisher in Anspruch genommen haben. Das Unternehmen unterhält Standorte in Hamburg und Berlin und beschäftigt laut Linkedin bis zu 100 Mitarbeiter.
Seit der Gründung flossen rund 26 bis 28 Millionen Euro in das Unternehmen. Zu den Geldgebern zählten bekannte Risikokapitalgeber wie DN Capital, Cherry Ventures und Redline Capital. Im Jahr 2023 erzielte Joblift einen Umsatz von 10,5 Millionen Euro, dem jedoch ein Verlust von 6,4 Millionen Euro gegenüberstand. Bereits seit 2019 sicherte das Unternehmen seinen Betrieb vorrangig durch Übergangskredite der Investoren. Eine Profitabilität war ab 2026 angepeilt, doch dieses Ziel wurde offenbar verfehlt.
Das Scheitern von Joblift steht stellvertretend für einen besorgniserregenden Trend. Im Januar 2026 verzeichneten die deutschen Amtsgerichte insgesamt 1919 Unternehmensinsolvenzen. Das ist der höchste Wert seit elf Jahren. Als Hauptursache gilt der anhaltend hohe Kostendruck, dem viele Betriebe nicht mehr standhalten können.
Unsere laufend aktualisierte Übersicht zu weiteren Unternehmensinsolvenzen im DACH Raum finden Sie hier: Aktuelle Insolvenzen.