Di. 21. Apr.. 2026

Nach fast fünf Jahrzehnten ist für Schrader Beschläge in Hamburg Rotherbaum das Ende gekommen. Das auf historische Baubeschläge spezialisierte Fachgeschäft hat Insolvenz angemeldet und den Betrieb bereits aufgegeben.

Das Amtsgericht Hamburg eröffnete am 9. April ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Als Verwalterin wurde die Hamburger Rechtsanwältin Birte Jensen eingesetzt. Das Unternehmen existierte seit 1979 und gehörte Christian Gerleit und Jörg Kazmierski. Es hatte sich auf die Restaurierung und Reproduktion historischer Beschläge für Altbauten spezialisiert, darunter Fenster und Türbeschläge.

Schon Ende März stellten die Inhaber den Geschäftsbetrieb vollständig ein. Offene Aufträge lagen zu diesem Zeitpunkt keine mehr vor. Auch ein Ausverkauf des Warenbestands fand nicht statt.

Als Hauptgrund für die wirtschaftliche Schieflage gilt die anhaltende Krise in der Baubranche. Hinzu kamen seit dem Sommer 2025 einbrechende Einnahmen sowie Rückforderungen von Coronahilfen. Jensen bestätigte, dass das Auftrags und Umsatzvolumen zuletzt nicht mehr ausreichte, um den Betrieb wirtschaftlich zu tragen.

Ob sich ein Interessent für den Warenbestand oder das fachliche Know-how des Unternehmens findet, ist derzeit offen. Eine Weiterführung des Geschäfts plant die Insolvenzverwaltung aktuell nicht.

Das Hamburger Insolvenzgeschehen bleibt insgesamt auf erhöhtem Niveau. Für 2025 verzeichnet das Statistikamt Nord bereits 869 Unternehmensverfahren, ein Anstieg von rund 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Weitere Insolvenzfälle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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