So. 10. Mai. 2026

Der Hamburger Spezialist für fahrerlose Transportsysteme ek robotics hat Ende Juli 2025 beim Amtsgericht Hamburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1963 zurückreichen, beschäftigte zuletzt rund 300 Mitarbeiter und hatte weltweit mehr als 12.000 Fahrzeuge in über 1.500 Anlagen installiert.

Die Geschäftsführung behält im Rahmen der Eigenverwaltung die operative Kontrolle. Als Generalbevollmächtigter fungiert Rechtsanwalt Jochen Sedlitz von der Kanzlei GRUB BRUGGER aus Stuttgart. Die Überwachung der Eigenverwaltung obliegt dem vorläufigen Sachwalter Stefan Denkhaus von der Hamburger Kanzlei BRL. Die ausländischen Tochtergesellschaften in Italien, Tschechien und Großbritannien sind vom Verfahren nicht betroffen.

Für die Schieflage nennt das Unternehmen mehrere Ursachen. Belastende Altprojekte, bei denen angefallene Mehrkosten nicht ausgeglichen werden konnten, schwächten die Finanzlage erheblich. Gleichzeitig hielten viele Industriekunden ihre Investitionen zurück, allen voran die Automobilbranche, die angesichts der Elektromobilitätswende ihre Budgets neu ausrichtete. Verschärft wurde die Lage durch aggressiv kalkulierende Wettbewerber aus China, die mit niedrigen Preisen in den europäischen Markt drangen und etablierte Anbieter unter Margendruck setzten.

Das Scheitern von ek robotics steht symptomatisch fur ein breiteres Problem. Die deutsche Intralogistikbranche verzeichnete 2025 einen Produktionsruckgang von sieben Prozent auf 25,8 Milliarden Euro. Der globale Markt fur autonome Transportsysteme wachst zwar kraftig, doch profitieren davon vor allem asiatische Anbieter.

Dennoch endet die Geschichte des Unternehmens nicht mit der Insolvenz. Das schwabische KI Unternehmen NEURA Robotics ubernahm ek robotics im Zuge des Verfahrens und will die vorhandene Expertise in der Transportrobotik mit kunstlicher Intelligenz und modernen Geschaftsmodellen verbinden.

Der Fall reiht sich in eine anhaltende Insolvenzwelle in Deutschland ein. Allein 2025 meldeten 471 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von uber zehn Millionen Euro Insolvenz an, ein Anstieg von 25 Prozent gegenuber dem Vorjahr. Im Maschinenbau stiegen die Fallzahlen um rund 20 Prozent. Experten sehen darin keinen vorribergehenden Einbruch, sondern einen strukturellen Umbruch fur Teile des deutschen Mittelstands.

Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.

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