Fr. 10. Apr.. 2026

Der sächsische Büromöbelhersteller OKA aus Ebersbach-Neugersdorf im Landkreis Görlitz hat beim Amtsgericht Dresden Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter und gilt als einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Nicolas Rebel bestellt. Er arbeitet eng mit den Sanierungsberatern Ralf Hage und Martin Obendorf von DMP Solutions in Dresden zusammen. Ziel ist es, alle verfügbaren Sanierungsoptionen zu prüfen und eine tragfähige Grundlage für den Fortbestand des Unternehmens zu schaffen. Der laufende Betrieb soll aufrechterhalten werden, die Gehälter der Belegschaft sind durch Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Als Ursache für die finanzielle Schieflage nennt Rebel vor allem Probleme beim Aufbau eines neuen Produktionsstandorts. OKA-Geschäftsführer Kasper hatte 2023 mit dem Bau einer Fabrik im polnischen Wykroty bei Bunzlau begonnen. Das Gelände sollte sich über rund 125.000 Quadratmeter erstrecken. Das Werk wurde jedoch nie fertiggestellt. Die erhofften Synergieeffekte blieben aus, das Vorhaben überforderte die finanziellen Kapazitäten des Unternehmens.

Bereits vor der offiziellen Insolvenzanmeldung hatte es deutliche Warnsignale gegeben. Die Belegschaft wurde freigestellt, ein zur Unternehmensgruppe gehörendes Ladengeschäft in Dresden geschlossen. Zudem kursierten Berichte über ausgebliebene Lohnzahlungen. Die Gewerkschaft IG Metall Ostsachsen bestätigte, dass sich betroffene Mitarbeiter mit entsprechenden Hinweisen an sie gewandt hatten.

Das Unternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück. OKA entwickelte sich aus einer Tischlerei und besteht seit 1858. Nun steht der Traditionsbetrieb vor seiner wohl größten Bewährungsprobe.

Wenn Sie weitere aktuelle Firmeninsolvenzen im DACH Raum suchen, finden Sie diese in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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