Das Stuttgarter Unternehmen Neue Arbeit, eines der bundesweit bedeutendsten Sozialunternehmen seiner Art, befindet sich in einer schweren Krise. Die Organisation, die langzeitarbeitslosen Menschen den Weg zurück ins Berufsleben ebnen will, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der Betrieb soll dabei trotzdem weiterlaufen.
Vom Insolvenzverfahren erfasst sind die Neue Arbeit gGmbH sowie die Neue Arbeit Dienstleistungsagentur GmbH, beide mit Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen. Andere Einheiten des Verbunds bleiben unberührt. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 500 Mitarbeiter, nachdem die Belegschaft gegenüber dem Sommer 2025 bereits um etwa 50 Stellen geschrumpft ist. Ein Teil davon arbeitet in Bereichen, die vom Insolvenzverfahren gar nicht betroffen sind.
Zum Portfolio gehören unter anderem Sozialkaufhäuser, Radstationen sowie Projekte im Bereich Garten und Natur. All diese Angebote sollen nach Willen der Geschäftsführung erhalten bleiben. Co-Geschäftsführer Stephan Fritz zeigt sich zuversichtlich und stellt in Aussicht, dass für einen Großteil der Belegschaft eine berufliche Perspektive bestehen bleibe.
Das Verfahren diene in erster Linie dazu, das Unternehmen von wirtschaftlichen Altlasten zu befreien und auf ein stabiles Fundament zu stellen. Co-Geschäftsführer Dietmar Meng betont, man wolle die soziale Arbeit künftig auf einer tragfähigeren Grundlage fortsetzen und frei von früheren Belastungen in die Zukunft starten.
Neue Arbeit unterstützt seit Jahren Menschen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt kaum Chancen haben. Dazu setzt das Unternehmen auf Beschäftigung, Qualifizierung und gezielte Begleitung. Ob die angestrebte Neuaufstellung gelingt, wird sich im weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens zeigen.
Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.