So. 18. Jan.. 2026

Die WW Wohnwagon GmbH, ein im Jahr 2013 in Niederösterreich gegründetes Unternehmen, das sich auf die Produktion von autarken, kleinen Modulhäusern (Tiny Houses) spezialisiert hatte, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Landesgericht Wiener Neustadt eröffnete das Verfahren auf Eigenantrag des Unternehmens aus Gutenstein. Das Geschäftsmodell basierte auf der Schaffung von nachhaltigem, kostengünstigem Wohnraum unter Verwendung von Naturmaterialien und einer energieeffizienten Massivholzbauweise.

Finanzielle Schieflage und Fortführungspläne

Die Schuldenlast des Unternehmens beläuft sich laut Auskunft des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) auf etwa 3,4 Millionen Euro, bereinigt um Kundenzahlungen und nachrangige Darlehen. Von der Insolvenz sind insgesamt 228 Gläubiger betroffen. Darüber hinaus sind die Gehälter der 44 Mitarbeiter seit Ende November nicht mehr gezahlt worden.

Der Kern der finanziellen Schwierigkeiten liegt in der allgemeinen Immobilien- und Baukrise der Jahre 2024 und 2025. Das Unternehmen erlebte insbesondere im letzten Quartal 2025 einen drastischen Rückgang der Auftragseingänge. Die notwendigen, aber kostenintensiven Restrukturierungsmaßnahmen führten schließlich zu einem Liquiditätsengpass, der zur Zahlungsunfähigkeit führte.

Angestrebtes Sanierungsverfahren

Die Unternehmensführung plant die Fortführung des Betriebs im Rahmen eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung. Ziel ist die Entschuldung und die Sicherung der Existenz des Unternehmens. Den Gläubigern wird im Sanierungsplan eine Mindestquote von 30 Prozent angeboten, zahlbar binnen zwei Jahren nach Annahme des Plans. Die vorgeschlagene Quote entspricht den gesetzlichen Mindestanforderungen; der AKV prüft derzeit den Plan und mögliche Verbesserungsansätze.

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