Der Holzbauspezialist CL Tech aus Kaiserslautern ist zahlungsunfähig. Das Unternehmen hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Ziel des Verfahrens ist eine Sanierung des Betriebs.
Dabei galt CL Tech lange als Vorzeigeunternehmen der Branche. Firmengründer Jürgen Gottschall startete 2019 mit lediglich acht Beschäftigten und der Vision, vollautomatisierte Holzbauteile herzustellen. Das Konzept kam gut an. Innerhalb weniger Jahre wuchs der Betrieb rasant.
2023 weihte Gottschall ein neues Brettsperrholzwerk ein, eine rund 11.000 Quadratmeter große Produktionshalle, in die das Unternehmen insgesamt fast 28 Millionen Euro investierte. Mit der Erweiterung wuchs die Belegschaft auf 75 Mitarbeiter am Standort Kaiserslautern, zur gesamten Unternehmensgruppe gehörten zuletzt 110 Beschäftigte.
Noch im selben Jahr zeigte sich Gottschall optimistisch: Die Nachfrage sei enorm, der Markt boome, man habe zum richtigen Zeitpunkt auf die richtige Sparte gesetzt. CL Tech produzierte hochwertige Brettsperrholzelemente mit einem hohen Automatisierungsgrad und arbeitete an der Entwicklung neuartiger Hybridsperrholzplatten aus unterschiedlichen Materialien.
Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium förderte das Unternehmen 2023 mit rund 2,9 Millionen Euro aus dem Programm zur Umsetzung betrieblicher Innovationen. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt lobte CL Tech bei der Übergabe des Förderbescheids als Beispiel für einen mittelständischen Betrieb, der Arbeitsplatze sichere und die regionale Wirtschaft stärke.
Trotz staatlicher Unterstützung, Millionenfinanzierung und ambitionierter Wachstumspläne konnte sich das Unternehmen offenbar nicht dauerhaft stabilisieren. Nun steht CL Tech vor einem harten Restrukturierungsprozess. Ob und in welcher Form der Betrieb fortgeführt werden kann, ist derzeit offen.
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