Sa. 13. Dez.. 2025

Der Medizin Campus Bodensee (MCB) hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Beide Standorte – Klinikum Friedrichshafen und Klinik Tettnang – bleiben voraussichtlich geöffnet; der Regelbetrieb für Patienten soll weiterlaufen.

Die Geschäftsführung strebt eine Sanierung an, die die medizinische Versorgung in der Region erhalten soll. Personal und Patienten sollen von den Maßnahmen kaum betroffen sein: Löhne und Gehälter der rund 1.700 Beschäftigten werden zunächst durch Insolvenzausfallgeld gesichert. Nach Aussage der Leitung sollen alle bisherigen Leistungen in vollem Umfang angeboten werden.

Kurzfristig ist das Verfahren auf eine Übergangsphase ausgelegt, die bis Ende Januar 2026 andauern kann. In diesem Zeitraum sollen konkrete Restrukturierungspläne entwickelt werden. Ein möglicher Weg ist die engere Zusammenarbeit oder ein Zusammenschluss mit der Oberschwabenklinik in Ravensburg, die bereits einzelne MCB-Bereiche unterstützt hat. Alternativ könnten andere Investoren oder Partner in Betracht kommen.

Hintergrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind anhaltende Verluste, die zuletzt von der Stadt ausgeglichen wurden. Finanzielle Belastungen der Trägerseite erschweren die Situation zusätzlich. Ziel der nun gestarteten Maßnahmen ist, das Leistungsspektrum und das Personal zu sichern und den Klinikverbund wieder auf eine tragfähige Basis zu bringen.

Die Leitung betont, dass Patientinnen und Patienten von dem Verfahren nichts spüren sollen und die Versorgung unverändert fortgeführt wird. Für Beschäftigte liegt der Fokus darauf, sie transparent zu informieren und in den Prozess einzubinden, während gleichzeitig nach nachhaltigen Lösungen gesucht wird.

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