Sa. 13. Dez.. 2025

Seit mehr als einem Jahrhundert steht der Name Könitz Porzellan für hochwertige Tassen und Becher „Made in Thüringen“. Nun befindet sich das Familienunternehmen aus dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in einer finanziell angespannten Situation und hat beim Amtsgericht Gera ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt.

Nach Angaben der Geschäftsführung ist die Ursache für diesen Schritt nicht ein wirtschaftlicher Engpass, sondern ein laufendes Gerichtsverfahren im Ausland. Ein französisches Gericht hatte Könitz Porzellan im Zusammenhang mit einem Streit mit einem ehemaligen Geschäftspartner zu einer hohen Schadenersatzzahlung im sechsstelligen Bereich verurteilt. Obwohl das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, wurde bereits eine Pfändung der Firmenkonten angeordnet. Um zu verhindern, dass Gelder ins Ausland abfließen, entschied sich das Unternehmen für die geordnete Insolvenz.

Der Geschäftsführer Turpin Rosenthal betonte, dass das operative Geschäft fortgeführt werde. Die rund 100 Mitarbeiter bleiben beschäftigt und erhalten für drei Monate Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Ziel der Geschäftsleitung sei es, den Betrieb stabil weiterzuführen und den Rechtsstreit in der zweiten Instanz zu gewinnen.

Könitz Porzellan gilt trotz der aktuellen Lage als wirtschaftlich solide aufgestellt. Das Unternehmen produziert monatlich bis zu 300.000 Tassen und erzielt einen Jahresumsatz von rund zehn Millionen Euro. Zum Firmenverbund gehören auch die Marke Waechtersbach, bekannt für farbenfrohe Keramikwaren, sowie die Wiedemannsche Druckerei, die die Motive für die Porzellanartikel herstellt.

Neben klassischem Haushaltsgeschirr fertigt Könitz in großem Umfang Becher und Tassen für Museen und Geschenkartikelhändler weltweit. Zu den Kunden zählt unter anderem der Pariser Louvre. Das Management zeigt sich überzeugt, dass das Unternehmen mit seinem bewährten Geschäftsmodell und einer klaren Produktionsstrategie die derzeitige Situation meistern wird.

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