Das Hamburger Modeunternehmen Bolzplatzkind ist am Ende. Das Amtsgericht Hamburg hat am 13. Oktober 2026 um 15:15 Uhr das Insolvenzverfahren über die Bolzplatzkind GmbH eröffnet. Die Geschäfte der Firma ruhen, eine Sanierung ist nicht vorgesehen.

Verfahren und Abwicklung

Das Gericht führt die Sache unter der Nummer 67h IN 282/26. Es handelt sich um ein Regelinsolvenzverfahren, das schriftlich abläuft. Eine mündliche Gläubigerversammlung gibt es also nicht. Den Betrieb der Firma wickelt der Hamburger Rechtsanwalt Jan Ockelmann ab, den das Gericht zum Insolvenzverwalter bestellt hat. Er sichert das Vermögen, sammelt die Ansprüche und verteilt am Ende den Erlös.

Am 16. Oktober 2026 trug das Handelsregister die Auflösung der Gesellschaft ein. Das ist die übliche Folge, wenn ein Verfahren eröffnet wird. Die GmbH ist dort unter HRB 139540 geführt. Ihr Stammkapital liegt bei 25.000 Euro. Den Sitz hat sie in Hamburg, Palmaille 124 c, 22767.

Das müssen Gläubiger und Schuldner beachten

Wer Geld von dem Unternehmen verlangt, muss seine Ansprüche bis spätestens 11. Dezember 2026 beim Insolvenzverwalter anmelden. Die schriftliche Prüfung der angemeldeten Forderungen folgt am 11. Januar 2027. Schuldner der GmbH dürfen nicht mehr an das Unternehmen selbst zahlen. Sie müssen ihr Geld an den Insolvenzverwalter überweisen.

Wie viele Mitarbeiter die Firma beschäftigte und ob sie Läden betrieb, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Auch Umsatzzahlen sind nicht bekannt. Der Internetshop zeigte am 21. Oktober 2026 keine Produkte mehr. Ob noch Bestellungen von Kunden offen sind, ist unklar.

Gründer nennt Gründe für das Scheitern

Henoch Förster hat die Marke 2015 gegründet und führt die GmbH als Geschäftsführer. Der Internetauftritt ging am 1. September 2015 an den Start. Das Unternehmen vertrieb Mode, Schmuck und Bekleidung mit Fußballbezug im deutschsprachigen Raum.

Nach Försters Darstellung brach der Umsatz während der Corona-Pandemie ein. Später belasteten die sinkende Kaufkraft der Kunden und die anhaltende Krise der Textilbranche das Geschäft. Zuletzt reichten die Erträge demnach nicht mehr aus, um die laufenden Kosten zu decken.

Die Marke bleibt außen vor

Die Rechte an der Marke Bolzplatzkind gehören Förster persönlich. Sie zählen deshalb nicht zur Insolvenzmasse, also dem Vermögen, das der Verwalter zugunsten der Gläubiger verwertet. Förster möchte die Marke weiterführen und signalisiert Gesprächsbereitschaft. Konkrete Vereinbarungen sind bislang nicht bekannt. Zu früheren Insolvenzen oder weiteren betroffenen Firmen liegen keine Angaben vor.

Eine laufend aktualisierte Übersicht weiterer Firmeninsolvenzen im DACH Raum finden Sie unter Aktuelle Insolvenzen.

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