Für einen früheren Airbus-Zulieferer in Ostwestfalen hat ein Insolvenzverfahren begonnen. Das Amtsgericht Bielefeld hat am Mittwoch, dem 21. Oktober, um 12.16 Uhr Schutzmaßnahmen für die IWA-Metall Weiffenbach GmbH angeordnet. Die Firma sitzt an der Berliner Straße 74 in Preußisch Oldendorf. Das Gericht führt die Sache unter dem Zeichen 43 IN 851/26.
Verwalter übernimmt die Kontrolle
Das Gericht bestimmte den Hiddenhausener Rechtsanwalt Thomas Bagh zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Damit steht dem Unternehmen ab sofort ein Aufpasser zur Seite. Die Geschäftsführung kann über Vermögensgegenstände nicht mehr frei verfügen. Entsprechende Geschäfte werden nur wirksam, wenn der Verwalter einwilligt.
Zugleich darf Bagh Bankguthaben und offene Forderungen der Gesellschaft einziehen. Eingehende Gelder nimmt er entgegen. So soll die vorhandene Masse zusammenbleiben, bis feststeht, wie es weitergeht.
Das Gericht untersagte außerdem Zwangsvollstreckungen gegen das Unternehmen. Ausgenommen bleiben unbewegliche Gegenstände, also etwa Grundstücke. Maßnahmen, die Gläubiger bereits eingeleitet hatten, stoppte das Gericht vorläufig. Dieses Vollstreckungsverbot soll verhindern, dass einzelne Gläubiger zulasten der anderen bevorteilt werden.
Offene Entscheidung über das Hauptverfahren
Ob das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet wird, hat das Gericht noch nicht entschieden. Bis dahin läuft das sogenannte Eröffnungsverfahren. In dieser Phase prüft der vorläufige Verwalter in der Regel, wie es um das Vermögen steht und ob die Kosten eines Verfahrens gedeckt wären. Das Gericht stützt seinen Beschluss später auf diese Erkenntnisse.
Schuldner des Unternehmens müssen ebenfalls umdenken. Zahlungen an die Firma sind nur noch in dem Rahmen zulässig, den das Gericht vorgibt. Gläubiger sollten ihre Unterlagen, Rechnungen und Zahlungsnachweise bereithalten. Sie sollten außerdem beobachten, ob das Gericht oder der Verwalter sich mit neuen Hinweisen meldet.
Das Unternehmen
Die Gesellschaft fertigt auf CNC-Maschinen gedrehte und gefräste Präzisionsteile für die Luft und Raumfahrt. Früher belieferte sie den Flugzeugbauer Airbus für das Großraumflugzeug A380. Beim Registergericht Bad Oeynhausen ist sie unter HRB 6638 eingetragen. Zum eingetragenen Geschäftszweck zählen Metallwaren, Maschinen und CNC-Fertigungstechnik, von der Planung bis zur Bearbeitung.
Zu Umsatz, Schulden oder den Gründen für die Schieflage liegen keine Angaben vor. Auch die Zahl der Beschäftigten ist nicht bekannt. Offen bleibt zudem, ob der Betrieb weiterläuft und wie sich die Lage für Kunden und Lieferanten darstellt. Auskunft darüber dürften erst die kommenden Wochen bringen, wenn der vorläufige Verwalter seine Prüfung abgeschlossen hat und das Gericht über die Eröffnung befindet.
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