Am Düsseldorfer Flughafen beginnt eine neue Ära im Einzelhandel. Der französische Medien- und Handelskonzern Lagardère übernimmt acht Verkaufsflächen, die bislang der insolvente Buchhändler Hollmann Buch & Presse betrieb. Bis Dezember dieses Jahres sollen die betroffenen Geschäfte schrittweise schließen und für den Umbau freigegeben werden.

Das Unternehmen Hollmann hatte seit seiner Gründung im Jahr 1946 durch Paul Hollmann eine enge Verbindung zum Flughafen. Gestartet als Zeitungs- und Zeitschriftengroßhandel, eröffnete die Familie schon kurz darauf ihr erstes Ladengeschäft am Airport. Jahrzehnte später ereilte das Familienunternehmen das Schicksal der Zahlungsunfähigkeit. Das Amtsgericht Düsseldorf eröffnete am 25. September ein Verfahren in Eigenverwaltung wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Der Rechtsanwalt Jens M. Schmidt wurde als Sachwalter eingesetzt. Er erklärte, die Nachwirkungen der Coronapandemie hätten maßgeblich zur finanziellen Schieflage beigetragen. In der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt, steht jedoch unter Aufsicht des Sachwalters.

Betroffen sind am Flughafen insgesamt acht Standorte: vier Hollmann-Buchläden im Sicherheitsbereich, das Spielwarengeschäft Sonnenkind, sowie drei Geschenkshops unter dem Namen Your Present – zwei davon im Sicherheitsbereich, einer im öffentlichen Bereich.

An diesen Standorten entstehen künftig sogenannte Relay-Shops des neuen Betreibers. Diese Ladenkonzepte bieten Presseerzeugnisse, Bücher, Getränke, Snacks und Reisebedarf an und sind an anderen deutschen Flughäfen bereits bekannt. Noch in diesem Jahr sollen außerdem das Spielwarengeschäft Affenbande im öffentlichen Bereich sowie ein Geschäft namens Discover am Flugsteig B öffnen. Die verbleibenden Umbauten folgen laut Flughafen im ersten Quartal 2027.

Für die 51 Beschäftigten von Hollmann bedeutet die Insolvenz eine ungewisse Zukunft. Sie müssen sich bei Lagardère neu um ihre Stellen bewerben. Der Flughafen erklärte, man habe die Zahlungsunfähigkeit ebenso überraschend zur Kenntnis nehmen müssen wie die Belegschaft selbst. Eine andere Lösung wäre ausdrücklich bevorzugt worden. Die finanziellen Auswirkungen auf den Airport wurden ebenfalls angesprochen, der Fokus liege jedoch auf den betroffenen Mitarbeitern.

Weitere aktuelle Unternehmensinsolvenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht der aktuellen Insolvenzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert