Mo.. Juli 27th, 2026

Drei gescheiterte Großprojekte haben den norddeutschen Maschinenbauer SMB International in die Zahlungsunfähigkeit getrieben. Das Unternehmen aus Quickborn im Kreis Pinneberg hat beim zuständigen Amtsgericht Pinneberg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Die Entscheidung des Gerichts steht noch aus.

SMB International wurde 1973 gegründet und blickt damit auf mehr als fünf Jahrzehnte Unternehmensgeschichte zurück. Das Unternehmen entwickelt und produziert Abfüllanlagen sowie automatisierte Lager und Fördersysteme für verschiedene Industriebranchen. Die Maschinen des Quickborner Betriebs sind weltweit im Einsatz.

Rund 160 Beschäftigte sind von der Krise betroffen. Die Unternehmensleitung hat die Belegschaft bereits informiert. Ihre Vergütungen sind durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis einschließlich September abgesichert.

Als Ursachen nennt das Unternehmen drei verlustbringende Großaufträge, die in Verbindung mit veränderten Marktbedingungen und anhaltenden Lieferengpässen die finanzielle Lage des Betriebs zerrüttet haben. Die Suche nach einem neuen Investor soll noch in dieser Woche anlaufen.

Erteilt das Amtsgericht grünes Licht, verbleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt und setzt den Betrieb unter gerichtlicher Kontrolle fort. Unterstützung erhalten die Verantwortlichen dabei von zwei Sanierungsexperten der Hamburger Kanzlei Münzel und Böhm: Katharina Hansen und Dr. Matthias Wolgast begleiten das Verfahren fachlich.

Der Fall SMB International reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein. In der ersten Jahreshälfte 2026 meldeten deutschlandweit insgesamt 12.900 Unternehmen Zahlungsunfähigkeit an. Das ist der höchste Wert seit 2013.

Weitere aktuelle Unternehmensinsolvenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht der aktuellen Insolvenzen.

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