Do.. Juni 25th, 2026

Etwa 35 Beschäftigte bangen um ihre Stellen. In der Gießener Alten Post hat das Restaurant Moto59 Foodgarage die Zahlungsunfähigkeit erklärt. Ende August soll der Betrieb endgültig eingestellt werden. Bemerkenswert dabei: Nicht fehlende Gäste trieben das Lokal in die Krise.

Das Haus an der Bahnhofstraße hat eine bewegte Geschichte. Der Eigentümer Kai Laumann hatte das denkmalgeschützte Sandsteingebäude aus den Jahren 1862 und 1863 aufwendig saniert und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Bereits der erste Versuch, dort dauerhaft Gastronomie zu etablieren, scheiterte: Im Juli 2023 zog sich der damalige Pächter des Benediktiner Weissbräuhauses überraschend zurück, auch für die Vermieterin, die Bitburger Braugruppe. Damals galten unter anderem Umsatzverluste durch eine Baustelle in der benachbarten Liebigstraße als mitverantwortlich.

Daraufhin investierte Gastronom Hubert Sterzinger rund 1,2 Millionen Euro in den Umbau und eröffnete im Sommer 2024 die Moto59 Foodgarage mit italoamerikanischer Küche und Rennsportambiente neu. Doch nun, keine zwei Jahre später, folgt das erneute Aus an diesem Standort.

Der eingesetzte Insolvenzverwalter Michel Lichtenberg spricht von einer Kombination mehrerer ungünstiger Faktoren. Steigende Kosten für Waren, Personal und Energie bei gleichzeitig ausbleibender Vollauslastung hätten das Lokal in Schieflage gebracht. „Eine Gemengelage“ habe zum wirtschaftlichen Scheitern geführt, so der Gießener Rechtsanwalt und Notar. Die genauen Ursachen ließen sich in der kurzen Zeit noch nicht vollständig aufklären.

Bis Ende August laufen die Gehälter der rund 35 Mitarbeiter über das staatliche Insolvenzausfallgeld. Gutscheine, die Kunden erworben haben, können hingegen nicht mehr eingelöst werden. Sie gelten rechtlich als Forderungen im Insolvenzverfahren.

Die Bitburger Braugruppe verweist auf externe Faktoren wie die Coronapandemie und den allgemeinen Kostenanstieg in der Branche. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass beide bisherigen Konzepte bei den Gästen gut angekommen seien. Regelmäßige Reservierungszahlen von bis zu 400 Buchungen an Wochenenden im Winter untermauern diese Einschätzung.

Der Standort gelte weiterhin als zukunftsfähig, heißt es. Erste Gespräche mit mehreren regionalen Gastronomen über eine Nachfolgelösung laufen bereits. Auch Eigentümer Laumann gibt sich trotz der erneuten Enttäuschung zuversichtlich: Er sehe weiterhin großes Potenzial in dem Quartier und glaube an eine langfristig tragfähige Lösung.

Wenn Sie weitere aktuelle Firmeninsolvenzen im DACH Raum suchen, finden Sie diese in unserer Übersicht Aktuelle Insolvenzen.

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