Kaum drei Monate nach seiner Eröffnung steckt das Luxusseniorenprojekt „Vilvif“ im Hamburger Westfield Überseequartier in ernsten Schwierigkeiten. Der Betreiber des Hauses, die SWS Sophienhaus Wohnbetreuungs und Servicegesellschaft, hat beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Gericht reagierte prompt und setzte Florian Linkert von der Kanzlei BBL Brockdorff als vorläufigen Verwalter ein.
Das Unternehmen betreibt insgesamt vier Seniorenresidenzen. Die Standorte verteilen sich auf Berlin, Hamburg und Ahrensburg. Rund 550 Bewohner sind von der Zahlungsunfähigkeit ihres Hausanbieters betroffen.
Das erst im Dezember 2024 eröffnete Vilvif richtet sich an wohlhabende Senioren. Die Anlage bietet 182 barrierefreie Wohnungen. Eine Vierzimmerwohnung mit knapp 120 Quadratmetern schlägt monatlich mit mehr als 6.200 Euro zu Buche.
Für die Bewohner aller vier Häuser ändert sich dem Vernehmen nach zunächst wenig. Miet und Serviceverträge behalten ihre Gültigkeit. Allerdings fließen Mietzahlungen, Betriebskosten und Servicepauschalen künftig nicht mehr an das Unternehmen, sondern direkt auf ein Konto des Insolvenzverwalters.
Linkert zeigte sich zuversichtlich, was die Fortführung des laufenden Betriebs betrifft. „Wir werden den Geschäftsbetrieb nahtlos fortführen“, erklärte er. Die Gehälter der 50 Beschäftigten sind durch das gesetzliche Insolvenzgeld für drei Monate abgesichert. Linkert sieht darin eine solide Grundlage für eine mögliche Sanierung des Unternehmens.
Wie es nach dieser Übergangsphase weitergeht, bleibt offen. Eine Sprecherin der Kanzlei ließ Fragen zur Zukunft der Standorte unbeantwortet. Es sei noch zu früh für belastbare Aussagen über die längerfristige Perspektive, hieß es lediglich.
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