Mo.. Juli 27th, 2026

Das Grazer Unternehmen Metaloop Europe GmbH hatte die Verlustzone gerade erst hinter sich gelassen, da bricht die Finanzierung weg. Das zustaendige Landesgericht Graz eroeffnete nun ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung ueber das Vermoegen der Gesellschaft.

Besonders bitter: Anfang 2026 hatte das Unternehmen erstmals die Gewinnschwelle ueberschritten und arbeitete zuletzt leicht im Plus. Der entscheidende Bruch kam, als einzelne Eigentuemer weitere Kapitalzufuehrungen verweigerten. Ohne frische Mittel musste das Unternehmen jeden einzelnen Handelsvorgang aufwendig vorfinanzieren. Das blockierte die Gewinnung neuer Kunden und erschuetterte das Vertrauen bestehender Geschaeftspartner.

Metaloop Europe vermittelt ueber eine digitale Plattform den internationalen Handel mit Sekundaermetallen wie Kupfer, Aluminium und Edelstahl. Industrielle Lieferanten und Schmelzbetriebe werden dabei zusammengefuehrt. Die Gesellschaft entstand aus der 2016 gegruendeten Schrott24 GmbH, hat ihren Hauptsitz in Graz und unterhalt einen weiteren Standort in Wien. Zehn Mitarbeiter sind beschaeftigt. Ihre Loehne und Gehaelter flossen bis einschliesslich Mai 2026.

Neben dem internen Finanzierungsengpass verschaerfte das wirtschaftliche Umfeld die Lage zusaetzlich. Die Krise der Automobilbranche, schwankende Rohstoffpreise und schaerfere gesetzliche Auflagen machten faellige Kreditrueckzahlungen unmoeglich.

153 Glaeubiger stehen nun mit Gesamtforderungen von rund 11,08 Millionen Euro vor dem Verfahren. Die bilanziellen Bewertungen klaffen weit auseinander: Zu Liquidationswerten stehen Vermoegenswerte von rund 3,29 Millionen Euro Verbindlichkeiten von rund 8,72 Millionen Euro gegenueber. Das Unternehmen selbst bewertet seine Aktiva nach Fortfuehrungsgesichtspunkten mit rund 10,2 Millionen Euro, wobei vor allem Warenbestaende und offene Forderungen zu Buche schlagen.

Metaloop Europe will weiterarbeiten. Den Glaeubigern bietet das Unternehmen eine Befriedigungsquote von 20 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren nach Planannahme. Die Mittel sollen aus dem Lagerverkauf, dem Einzug offener Forderungen und dem laufenden Betrieb stammen. Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Grazer Rechtsanwalt Helmut Klementschitz. Ob die angebotene Quote ausreicht oder nachgebessert werden muss, wollen die Glaeubigerschutzverbande eingehend pruefen.

Weitere aktuelle Unternehmensinsolvenzen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie in unserer Übersicht der aktuellen Insolvenzen.

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