Der österreichische Tankstellenbetreiber Stiglechner steht vor erheblichen wirtschaftlichen Problemen und hat Insolvenz angemeldet. Der Konzern betreibt ein großes Netz an Stationen im gesamten Bundesgebiet und beschäftigt rund 640 Mitarbeiter. Nach Angaben des Unternehmens wurde die Belegschaft bereits über die aktuelle Lage informiert.
Stiglechner tritt mit verschiedenen Marken am Markt auf und nutzt neben eigenen Bezeichnungen auch Lizenzmarken bekannter Mineralölunternehmen. Ein großer Teil der Stationen wird direkt vom Unternehmen geführt, während andere von selbständigen Partnern betrieben werden. Insgesamt umfasst das Netz etwa 140 Standorte in Österreich.
Die wirtschaftliche Schieflage entwickelte sich bereits seit mehreren Jahren. In dieser Zeit verzeichnete das Unternehmen hohe Verluste. Zusätzlich verschärften äußere Einflüsse die Situation: Während der Coronakrise gingen die Absatzmengen spürbar zurück, gleichzeitig sorgten starke Preisschwankungen bei Treibstoffen und eine anhaltend hohe Inflation für eine deutliche Belastung. Diese Kombination führte zu steigenden Kosten, die das Unternehmen nicht ausgleichen konnte.
Mehrere Gesellschaften innerhalb der Unternehmensgruppe sind vom Insolvenzantrag betroffen. Die jüngsten Geschäftszahlen zeigen deutlich, wie stark die finanzielle Lage ins Wanken geraten ist. Während der Gesamtumsatz der Gruppe beachtlich blieb, nahmen die Schulden weiter zu. Sowohl die operativen Verluste als auch die steigende Verschuldung machten eine Fortführung aus eigener Kraft unmöglich.
Der nächste Schritt hängt nun von den Entscheidungen des Insolvenzverwalters ab. Ob der Betrieb zumindest vorübergehend weitergeführt werden kann und wie es für die Beschäftigten weitergeht, wird das nun laufende Verfahren zeigen. Die kommenden Wochen gelten als entscheidend für die Zukunft des Unternehmens und der betroffenen Arbeitsplätze.