Der Gebäudereiniger Jeff Ender steht wieder vor einem Scherbenhaufen. Am Landesgericht Feldkirch läuft ein Konkursverfahren über sein Einzelunternehmen mit Sitz in Mäder. Es ist die dritte Insolvenz in seinem unternehmerischen Umfeld innerhalb von gut zwei Jahren.
Schulden von 1,38 Millionen Euro
Ender hat den Antrag selbst gestellt. Das Gericht eröffnete das Verfahren, gemeldet wurde es am 25. Oktober 2026. Die Verbindlichkeiten summieren sich auf etwa 1,38 Millionen Euro. Sechs Gläubiger sind betroffen.
Als Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Dornbirner Rechtsanwalt Markus Walla. Er klärt nun, wie es zur Zahlungsunfähigkeit kam. Die genauen Ursachen sind bislang offen.
Ender arbeitet inzwischen nicht mehr auf eigene Rechnung, sondern als Angestellter. Im Verfahren setzt er auf einen Schuldenschnitt. Wie ein solcher aussehen könnte, hängt vom weiteren Verlauf ab. Über Folgen für Kunden oder Lieferanten des Betriebs liegen keine Angaben vor.
Fristen und nächste Schritte
Gläubiger sollten ihre Forderungen rechtzeitig anmelden, denn nur angemeldete Ansprüche fließen in das Verfahren ein. Die Frist endet am 2. November 2026. Alles, was später eingeht, kann nur eingeschränkt berücksichtigt werden.
Am 16. November 2026 findet am Landesgericht Feldkirch die Berichts und Prüfungstagsatzung statt. Dort legt der Verwalter dar, wie das Vermögen des Schuldners aussieht und ob sich das Unternehmen fortführen lässt. Zugleich werden die angemeldeten Forderungen geprüft und festgestellt. In dem Termin zeichnet sich zudem ab, wie das Verfahren weitergeht.
Zwei frühere Pleiten im Umfeld
Der neue Konkurs folgt auf zwei Firmenzusammenbrüche. Im Sommer 2024 geriet eine Gebäudereinigungsfirma in Tirol in Zahlungsschwierigkeiten. Ender führte sie als Geschäftsführer und hielt über seine Vorarlberger Gesellschaft 60 Prozent der Anteile. Ein Versuch, das Unternehmen zu sanieren, blieb ohne Erfolg. Der Betrieb stellte seine Arbeit ein.
Im Oktober 2025 meldete dann die Ender Gebäudereinigung GmbH Insolvenz an. Die Gesellschaft mit Sitz in Altach, eingetragen unter der Firmenbuchnummer FN 612970b, war am 29. September 2023 gegründet worden. Ihr Stammkapital betrug 35.000 Euro. Ender war ihr alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer.
Die Schulden der GmbH lagen damals bei rund 960.000 Euro. Besonders schwer wog die Beteiligung an der Tiroler Firma, die mit etwa 600.000 Euro zu Buche schlug. Die GmbH wollte sich zunächst über einen Sanierungsplan retten, zog diesen jedoch zurück. Das Gericht führte das Verfahren daraufhin als Konkurs weiter. Seit dem 18. Dezember 2025 verwalten Mag. Bernd Widerin und Dr. Martin Sam die Masse.
Mit dem Verfahren gegen das Einzelunternehmen steht nun auch Enders persönliche Haftung im Mittelpunkt. Anders als bei einer GmbH haftet ein Einzelunternehmer mit seinem gesamten Privatvermögen. Das erklärt, warum der Schuldenschnitt für ihn zentral ist. Ob und in welcher Höhe die Gläubiger Geld erhalten, zeigt sich erst im Lauf des Verfahrens.
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