Rund 1,3 Millionen Euro Schulden, 53 Beschäftigte in Unsicherheit und 32 betroffene Gläubiger – die Haustechnikfirma Tripus aus dem steirischen Ilz steckt tief in der Krise. Das Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz eröffnete am 17. September ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung über das Vermögen der Tripus Haustechnik GmbH.
Das Unternehmen war österreichweit im Bereich Gas, Wasser, Heizung und Sanitär tätig. Ein wesentlicher Teil der Aufträge entfiel dabei auf den Großraum Wien.
Mehrere Faktoren führten in die Bredouille
Die Ursachen für die Zahlungsunfähigkeit sind vielfältig. Gestiegene Materialpreise und massive Verluste bei einem einzelnen Großprojekt setzten dem Betrieb zu. Gleichzeitig musste das Unternehmen laufende Aufträge in erheblichem Umfang vorfinanzieren. Lange Zahlungsfristen für bereits abgeschlossene Arbeiten verschärften den Liquiditätsdruck zusätzlich. Hohe Lohnkosten, finanzielle Belastungen durch die Pleite einer Beteiligungsgesellschaft sowie ein weitgehend ausgeschöpfter Kontokorrentkredit taten ihr Übriges.
Gläubiger sollen 20 Prozent erhalten
Trotz der misslichen Lage plant Tripus Haustechnik, den Betrieb fortzuführen. Das Unternehmen will den Gläubigern einen Sanierungsplan vorlegen, der eine Rückzahlungsquote von 20 Prozent vorsieht. Diese Beträge sollen innerhalb von 24 Monaten nach Zustimmung der Gläubiger ausgezahlt werden.
Als verwertbare Vermögenswerte stehen offene Kundenforderungen, Fahrzeuge sowie Betriebs und Geschäftsausstattung zur Verfügung. Außerdem bestehen noch laufende Aufträge. Eigene Liegenschaften besitzt das Unternehmen hingegen nicht. Das im Firmenbuch eingetragene Stammkapital beträgt 35.000 Euro und ist vollständig einbezahlt.
Ob der Sanierungsplan tatsächlich Erfolg hat und der Betrieb dauerhaft weitergeführt werden kann, entscheidet sich im weiteren Verlauf des Verfahrens. Für die 53 Beschäftigten bleibt die Lage vorerst ungewiss.
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